Die Nachfrage nach einem Universitätsabschluss ist in Brasilien drastisch gestiegen. Privatschulen profitieren massiv. / Copyright: Agência Brasil
Die Nachfrage nach einem Universitätsabschluss ist in Brasilien drastisch gestiegen. Privatschulen profitieren massiv. / Copyright: Agência Brasil

Die Nachfrage nach einem Universitätsabschluss ist in Brasilien drastisch gestiegen. Privatschulen profitieren massiv. / Copyright: Agência Brasil

Bei der Privatverschuldung Brasiliens hat Bildung dem Auto und der Immobilie den Rang abgelaufen. Wie eine Studie des auf Stellenvermittlung spezialisierten Unternehmens Vagas zeigt, ist Bildung der zweithäufigste Grund sich zu verschulden. Während 59 Prozent der Studienteilnehmer die Kreditkarte als Verschuldungsgrund angaben, nannten 28%  Gebühren für Weiterbildungskurse, Schulen und Fakultäten. Damit liegt Bildung noch vor der Finanzierung eines Autos oder einer Privatwohnung. Grundsätzlich suchten 22 Prozent der Studienteilnehmer eine Erwerbsarbeit, um Schulden abzuzahlen. Viele könnten ihre Schulden ohne die Neuaufnahme einer Arbeit nicht mehr begleichen.

„Der Anteil der Bildung an den Schulden hat uns sehr überrascht”, wie  Fabíola Lago, die Leiterin der Studie betonte. Dennoch liege die Hauptursache im Überziehen der Kreditkarte, so Lago. Grundsätzlich ist der Zugang zu den öffentlichen, kostenlosen Universitäten sehr begrenzt und exklusiv. Um dennoch einen höherwertigen Abschluss zu erzielen, geben manche für eine Fakultät oder Ausbildung nach der Schule mit bis zu 70 Prozent ihres Lohns aus. Wie Lago von Vagas beschreibt, gehöre die Nachfrage für Bildung zu dem Boom, der Brasilien vor ein paar Jahren erfasst hat. „Brasilien hat eine aufstrebende Klasse, dessen Konsum massiv gestiegen ist, inklusive der Möglichkeit zu studieren“, so Fabíola Lago.

Ausgaben für Bildung würden heute nicht mehr als Kosten sondern als Investitionen in die Zukunft gesehen, wie Renato Meirelles, Präsident des Forschungsinstitutes Data Popular analysiert. Bildung werde als ein Weg verstanden, den Lebensstandard zukünftig noch weiter zu heben, so Meirelles. (ms)