Eine Studie besagt, dass von 4.000 Kindern rund 14 Prozent noch nie ein Buch gelesen haben / Copyright: Wikimedia Creative Commons, Tim Pierce
Eine Studie besagt, dass von 4.000 Kinder rund 14 Prozent noch nie ein Buch gelesen haben / Copyright: Wikimedia Creative Commons, Tim Pierce

Eine Studie besagt, dass von 4.000 Kindern rund 14 Prozent noch nie ein Buch gelesen haben / Copyright: Wikimedia Creative Commons, Tim Pierce

Die brasilianische Professorin Eliana Yunes vom Unesco-Lehrstuhl für Lektüre an der Katholischen Pontificia Universität (Cátedra Unesco de Leitura da Pontifícia Universidade Católica, kurz: PUC) in Rio de Janeiro fordert mehr Einsatz der brasilianischen Bildungseinrichtungen, jungen Schülern das Lesen schmackhaft zu machen. Dies erfordere die Bereitschaft Vermittler einzusetzen, die die neuen Technologien beherrschen und eine Verbindung zur Welt der Literatur herstellen können, erklärt Yunes.

Die Professorin betonte, dass sie es für gut heiße, dass die Schüler und auch die Studenten durch den Zugang zum Internet auch den Zugang zu vielerlei Literatur erhielten. Jedoch stehe bei den meisten jungen Menschen, im Rahmen des Internets, die Nutzung von sozialen Netzwerken im Vordergrund, berichtet Yunes. Die sozialen Netzwerke jedoch, führten nicht zu einem selbstständigen, kritischen Denken der Schüler und Studenten. Ohne eine angemessene Vermittlung von gehobener Sprache und anspruchsvollen Texten würde es zu einer Vereinfachung der Sprache kommen, so Yunes.

In den meisten Fällen fehle den jungen Menschen die Verbindung zum kreativen Gebrauch von Sprache. Dieser müsse in den Schulen und Universitäten durch das Schreiben eigener Texte hergestellt werden. Auch Informationen zu spannenden Blogs, die geschichtliche oder literarische Themen behandeln, müssen von den offiziellen Stellen gegeben werden. Es sei wissenschaftlich bewiesen, dass Kinder, die nicht lesen, später Probleme beim Schreiben haben, argumentiert die Professorin.

Im Rahmen einer Studie des Instituts Mapear, die für das Bildungsministerium Rio de Janeiros mit 4.000 Schülern durchgeführt wurde, gaben 14 Prozent an, noch nie in ihrem Leben ein Buch gelesen zu haben. 14 Prozent derjenigen, die bereits ein Buch gelesen hatten, behaupteten in den letzten fünf Jahren zwischen sechs bis zehn Bücher gelesen zu haben. Zehn Prozent von den lesenden Kindern hatten in den letzten fünf Jahren mehr als 20 Bücher gelesen.

Welche Maßnahmen man konkret ergreifen könne, um das Lesen der Schüler allgemein zu fördern, gab die Professorin Eliana Yunes noch nicht bekannt. (sg)