Der Präsident der BNDES Luciano Coutinho / Copyright: Agência Brasil

Der Präsident der BNDES Luciano Coutinho / Copyright: Agência Brasil

Bei einer Rede während des Rio Investors Day, der gestern (22.05.) in Rio de Janeiro stattfand, sprach der Präsident der Nationalbank für Soziale und Wirtschaftliche Entwicklung (Banco Nacional de Desenvolvimento Social e Econômico, kurz: BNDES), Luciano Coutinho, über die Situation der brasilianischen Wirtschaft in Zeiten der internationalen Finanzkrise.

Er beurteilte das Wachstum des Landes dank seiner Investitionsagenda, vor allem im Infrastrukturbereich, als solide – trotz der Probleme, die die globale Finanzkrise auch für Brasilien darstelle. Die große Qualität der brasilianischen Wirtschaft sei in diesem Fall die extrem große Anzahl der Infrastrukturprojekte, so Coutinho.

Coutinho kündigte außerdem an, dass die Reaktion der brasilianischen Regierung auf die internationale Krise dieses Jahr anders sein werde, als damals auf die Immobilienmarktkrise in den USA in den Jahren 2008 und 2009.

Dieses Mal, so Coutinho, erlaube die Förderung von Investitionen in der Wirtschaft dem Land, seinen Wachstumsrhythmus wiederzuerlangen, selbst wenn sich die internationale Krise verschlechtern sollte. Er widersprach dem Vorwurf, dass die Anreize der Regierung zum Wirtschaftswachstum seit Jahresbeginn lediglich über Konsumantrieb geschaffen worden seien.

Er machte darauf aufmerksam, dass es sehr wichtig sei, einheimische Sparanlagen zu fördern, um diese Investitionen finanzieren zu können. Die Langzeitfinanzierungen sowie die Entwicklung der Kapitalmärkte seien dabei fundamentale Elemente.

Die BNDES wird dieses Jahr weitere Unterstützung durch die Staatskasse bekommen müssen, um ihre Leihkapazitäten auszuweiten. Coutinho bestätigte, dass es sich wahrscheinlich um einen Betrag von 150 Milliarden Reais (knapp 58 Milliarden Euro) handeln werde, wovon 59 Milliarden Reais (etwa 23 Milliarden Euro) für Infrastrukturprojekte veranschlagt werden. (jv)