Die Ministerin für soziale Entwicklung und Hungerbekämpfung, Tereza Campello, spricht beim Programm Bom Dia, Ministro über das Familienstipendium Bolsa Família / Copyright: Agência Brasil

Die Ministerin für soziale Entwicklung und Hungerbekämpfung, Tereza Campello, spricht beim Programm Bom Dia, Ministro über das Familienstipendium Bolsa Família / Copyright: Agência Brasil

Beim gestrigen Interview im Programm Bom Dia, Ministro („Guten Tag, Minister“) sprach die brasilianische Ministerin für soziale Entwicklung und Hungerbekämpfung, Tereza Campello, über die Erfolge des Familienstipendiums Bolsa Família, das seit neun Jahren Anwendung findet. Es sei erstaunlich, wie groß die Auswirkungen auf die schulischen Leistungen der Kinder sind, deren Familien Sozialhilfe des Programms erhalten. Die Anzahl der Versetzungen in die nächsten Klassen ist bei diesen Kindern gestiegen und die Zahl der Schulverweigerer gesunken.

„Es ist das erste Mal in der Geschichte, dass wir bessere Indikatoren für die ärmste Bevölkerungsgruppe haben als für die Gesamtbevölkerung. Diese Tatsache ist besonders bemerkenswert“, so die Ministerin.

Um die Sozialhilfeleistung Bolsa Família zu erhalten, müssen Kinder und Jugendliche zwischen 6 und 15 Jahren die Schule regelmäßig besuchen und mindestens in 85 Prozent der Unterrichtsstunden anwesend sein, Schüler zwischen 16 und 17 Jahren mindestens 75 Prozent. Die Jugendlichen würden sich deshalb stärker anstrengen, da sie verstehen, dass die finanzielle Unterstützung von ihnen abhängt.

Ein weiterer positiver Aspekt: Die ärmsten Familien wissen die Mittel derart umzusetzen, dass sich ihre Lebensbedingungen verbessern. „Alle Daten zeigen, dass die Beschäftigungszahlen in Brasilien genau in den Regionen angestiegen sind, in denen es die meisten Sozialhilfeempfänger des Bolsa Família gibt. Das Programm hat also nicht nur einen Effekt auf Untätigkeit, sondern hat es auch geholfen, die Dynamik der Wirtschaft in diesen Regionen anzukurbeln.“ Die Ressourcen würden hauptsächlich in den Kauf von Lebensmitteln, Medikamenten, Kleidung, Reinigungsmitteln und Hygieneprodukten sowie in die Verbesserung der Wohnbedingungen und in den Transport fließen.

Die Investitionen in das Programm seitens der brasilianischen Regierung belaufen sich dieses Jahr auf 20 Milliarden Reais (ca. 7,6 Milliarden Euro). Die nächste Herausforderung sei es nun, Familien aufzuspüren, die den Kriterien zur Aufnahme ins Programm entsprechen, aber noch keine Sozialleistungen erhalten. (ds)