In den Städten Brasília, Belém und Rio de Janeiro stieg die Anzahl der in Favelas lebenden Menschen an / Copyright: Wikipedia, Creative Commons, paula le dieu
In den Städten Brasília, Belém und Rio de Janeiro stieg die Anzahl der in Favelas lebenden Menschen an / Copyright: Wikipedia, Creative Commons, paula le dieu

In den Städten Brasília, Belém und Rio de Janeiro stieg die Anzahl der in Favelas lebenden Menschen an / Copyright: Wikipedia, Creative Commons, paula le dieu

Die neusten Ergebnisse der Studie „Städte in Bewegung: Herausforderungen und öffentliche Politik“ (Cidades em Movimento: Desafios e Políticas Públicas) des Instituts für Angewandte Wirtschaftsforschung IPEA wurde gestern (02.12.) bekanntgegeben. Untersucht wurden die Mobilität, die Migration und die Entwicklung in den Armenvierteln (Favelas) des Landes. Hierbei kam man zu dem erschreckenden Ergebnis, dass die Anzahl der in den Favelas lebenden Menschen in der Hauptstadt Brasília in den letzten zehn Jahren um 50,7 Prozent angestiegen ist.

Der Studie zufolge steht Brasília also an erster Stelle der Städte, in denen die Bevölkerung in Favelas in einem Jahrzehnt am stärksten angestieg. Nach Brasília folgen Manaus (29,2 Prozent), Belém (14,7 Prozent) und Rio de Janeiro (9,3 Prozent). Laut Leiter des IPEA, Marcelo Neri, würde die Studie die Situation der steigenden Immobilienpreise der Stadtzentren widerspiegeln. Der Verantwortliche für die Studie, Rogério Boueri, kommentierte zusätzlich, dass es in der Umgebung von Brasília einen Immobilienboom geben würde, durch den sich die Immobilienpreise insbesondere in den Gegenden, in denen Familien mit geringem Einkommen leben, erhöht haben. Dadurch seien die Menschen dazu gezwungen, in ärmere Gegeneden zu ziehen.

Aus der Studie geht allerdings auch hervor, dass in anderen Großstädten die Anzahl an Personen, die in Favelas leben, gesunken ist und damit die sozioökonomische Ungleichheit der Bevölkerungsschichten und die Armut verringert werden konnten. Dazu zählen die Städte Curititba (22,1 Prozent), Belo Horizonte (12,8 Prozent) und Porto Alegre (6 Prozent). Im gesamten Land stieg die Anzahl der in Favelas lebenden Menschen zwischen den Jahren 2000 und 2012 von 10,6 Millionen auf 11,2 Millionen an. (ds)