Die Ausstellung wird in weiteren drei Hauptstädten Brasiliens gezeigt werden / Copyright: Wikimedia Creative Commons, Tito Oliveira
Die Ausstellung wird in weiteren drei Hauptstädten Brasiliens gezeigt werden / Copyright: Wikimedia Creative Commons, Tito Oliveira

Die Ausstellung wird in weiteren drei Hauptstädten Brasiliens gezeigt werden / Copyright: Wikimedia Creative Commons, Tito Oliveira

Die Ausstellung Resistir é Preciso (wörtlich: Widerstand zu leisten ist wichtig) in Brasília zeigt seit dieser Woche die Rolle der Medien in der Zeit der Diktatur ab 1964 bis 1985. Dabei wird vor allem die unterstützende Haltung in Bezug auf die Widerstandskräfte demonstriert.

Exponiert werden Plakate, Zeichnungen, Artikel und Malereien, die den Facettenreichtum des journalistischen Widerstands, aber auch die Einführung der diktatorischen Zensur zeigen sollen. Dargestellt wird auch die Organisation und Herstellung anti-diktatorischer Zeitschriften wie die linkspolitisch ausgerichtete O Guerrilheiro, die durch die Nationale Befreiungsallianz (Aliança Libertadora Nacional, kurz: ALN) ins Leben gerufen wurde und als wichtiges Informationsorgan diente. Durch die Ausstellung soll den Besuchern auch das Ausmaß der Zensur und die Problematik der Informationsbeschaffung bewusst gemacht werden. Die Zeitung Classe Operária (wörtlich: Arbeiterklasse) wurde beispielsweise lange Zeit in Frankreich herausgegeben, in Portugal gedruckt und dann heimlich in Brasilien an die Menschen verteilt.

Die Rolle der Presse spielte auch in der Organisation des Widerstandes eine bedeutende Rolle. So rief beispielsweise die Zeitung Novos Rumos (wörtlich: Neue Ziele) der Brasilianischen Kommunistischen Partei (Partido Comunista Brasileiro, kurz: PCB) am 1. April 1964 zu einer Demonstration auf. Zur Verteilung der Ausgabe kam es jedoch nicht mehr: Militärs stürmten die Räumlichkeiten und verhafteten alle Mitarbeiter. Doch die Ausstellung berichtet auch von erfolgreich organisierten Protesten.

Dem Kurator der Exposition Vladimir Sacchetta ist vor allem wichtig auch den jungen Menschen den Kampf für ein demokratisches Brasilien zu verdeutlichen, der sich ab den 60er Jahren über zwei Jahrzehnte hinzog.

Bis zum 22. Oktober ist die Ausstellung im Kulturzentrum der Banco do Brasil zu sehen. Danach wird sie in Rio de Janeiro, São Paulo und Belo Horizonte gezeigt. (sg)