Eröffnungsveranstaltung des Festivals Latinidades 2014 mit der Ministerin des Sekretariats für Förderung der Rassengleichheit Luiza Bairros (Mitte) / Copyright: Agência Brasil
Eröffnungsveranstaltung des Festivals Latinidades 2014 mit der Ministerin des Sekretariats für Förderung der Rassengleichheit Luiza Bairros (Mitte) / Copyright: Agência Brasil

Die Eröffnungsveranstaltung des Festivals Latinidades 2014 mit der Ministerin des Sekretariats zur Förderung der Rassengleichheit Luiza Bairros (Mitte). / Copyright: Agência Brasil

Bis zu diesem Tag (28.7) findet das Festival „Latinidades 2014″, das größte Festival der schwarzen Frau in Lateinamerika, in der brasilianischen Hauptstadt Brasília statt. Laut Meinung der nordamerikanischen Professorin und Philosophin Angela Davis ist der Rassismus trotz der Errungenschaft der Menschenrechte ein anhaltendes Problem in diversen Schichten der brasilianischen Gesellschaft und den USA.

Der Rassismus, der trotz der Erlangung der Menschenrechte, täglich ausgeübt wird, sei schwieriger zu bekämpfen als zuvor. Davis führte das Strafvollzugssystem und die Politik an, in denen Diskriminierung in beiden Ländern noch an der Tagesordnung sei. „Wie in Brasilien ist die Rasse in den USA ausschlaggebend, wenn entschieden wird, wer ins Gefängnis geht und wer zur Universität.“

In Brasilien zeigt die Karte der Gewalt 2014 beispielsweise, dass die Hauptmordopfer männliche Jugendliche und Schwarze sind. Diese Gruppe macht 53,4 Prozent aus. An den Universitäten sieht es folgendermaßen aus: Die Studentenstatistik von 2012 (Censo da Educação Superior de 2012) zeigt, dass sich unter den sieben Millionen Studenten 187.000 Schwarze und 746.000 Weiße und Mulatten befinden, 13,3 Prozent der Gesamtzahl.

Laut der brasilianischen Schriftstellerin Ana Maria Gonçalves muss sich gerade in diesen Bereichen etwas ändern, in denen Rassismus besonders Thema ist. Die Regierung soll dafür politische Maßnahmen aufstellen sowie Kurse anbieten, wie mit Rassismus in diesen Institutionen umgegangen werden kann. Auch die costa-ricanische Schriftstellerin Shirley Campbell, die in Brasília lebt, musste bereits selbst erfahren, dass Rassismus bereits an Schulen bei kleinen Kindern präsent ist. Die Mehrheit der brasilianischen Bevölkerung (50,7 Prozent) sei schwarz, belegen Angaben des brasilianischen Statistikinstitutes IBGE. Campbell stellte allerdings die Frage, wo denn dieser Teil der Bevölkerung sei und antwortete darauf, dass diese meist in Jobs niedriger Bevölkerungsschichten arbeiten würden.

Das Festival hat am vergangenen Mittwoch (23.07.) begonnen. Auf dem Programm standen unter anderem Konferenzen, Debatten, Messen, Soirées und Konzerte. (ds)