In jedem Monat im ersten Halbjahr wurde mehr abgehoben als eingezahlt. / Copyright: Agência Brasil

Die Summe der Abbuchungen von den brasilianischen Sparkonten hat im Juni die Einzahlungen deutlich überstiegen. Insgesamt hoben die Brasilianer 6,26 Milliarden Reais mehr ab als sie einzahlten, wie Daten der brasilianischen Zentralbank belegen. In der ersten Jahreshälfte 2015 wurden insgesamt 38,54 Milliarden Reais abgehoben.

In beiden Fällen handelt es sich um die größten Volumina, die in den vergangenen 20 Jahren für die genannten Zeiten abgehoben wurden. Bis dahin wurde der schlechteste Juni im Jahr 1999 festgestellt. Hier lag die negative Differenz bei 1,4 Milliarden Reais.

Auch das Ergebnis für das erste Halbjahr widerspricht bisherigen Messungen. Seit zehn Jahren seit 2005 wurde in der ersten Jahreshälfte nie mehr vom Sparkonto abgehoben als eingezahlt. In diesem Jahr wurden im Januar 5,5 Milliarden Reais mehr abgehoben, im Februar 6,3 Milliarden Reais, im März 11,4 Milliarden Reais und im April 5,8 Milliarden Reais. Auch im Mai waren es mit 3,2 Milliarden Reais immer noch mehr Abhebungen als Einzahlungen.

Die schwindenden Spareinlagen seit Beginn des Jahres haben bereits den Immobiliensektor auf den Plan gerufen, da nun zu wenige Mittel zur Verfügung stehen würden für die Finanzierung von Häusern und Appartments. Um die Last für den Sektor zu minimieren, hat die Zentralbank den Banken erlaubt, 22,5 Milliarden Reais aus den Spareinlagen zu verwenden, die für die Banken als Einlagen verpflichtend sind. Die Entscheidung wurde vom nationalen Währungsrat getroffen, der zwischen der Zentralbank und den Ministerien für Finanzen und Planung agiert. (ls)

Quelle: Estadão