Logo des Brasilianischen Instituts für angewandte Wirtschaftsforschung / Copyright: IPEA

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Brasilianische Familien schätzen die wirtschaftliche Situation Ihres Landes positiver als in den vergangenen Monaten ein. So wurde durch den Index der Erwartungen von Familien (Índice de Expectativa das Famílias, kurz: IEF) für den Monat Oktober ein Anstieg auf 64,7 Punkte, 1,6 Punkte mehr als im September, gemessen. Dieser Index kann als „Optimismus-Index“ gesehen werden; je höher der Wert umso positiver wird die wirtschaftliche Lage Brasiliens eingestuft. Die Untersuchungen wurden vom Institut für angewandte Wirtschaftsforschung (Instituto de Pesquisa Econômica Aplicada, kurz: IPEA) durchgeführt.

Der Anstieg kann mit dem relativen Anstieg zu Erwartungen im Konsumbereich sowie mit der familiären und wirtschaftlichen Situation erklärt werden. Die Daten wurden gestern (16.11.) in Brasília veröffentlicht.

Laut der Untersuchung konnte für die westlichen Regionen Zentralbrasiliens erneut ein Anstieg im Optimismus bezüglich der Situation des Landes in unterschiedlichen Bereichen festgestellt werden, sowohl auf kurze (ein Jahr) als auch auf lange Sicht (fünf Jahre). Diese Regionen Brasiliens würden die optimistischsten sein und erreichten 75,5 Punkte.

Im Norden Brasiliens wurde ein Anstieg im Vertrauen um fast drei Punkte gemessen, von 57,1 Punkten im September auf 60,0 Punkte im Oktober 2011. Der Wert des Nordostens stieg um 2,8 Punkte an und erreichte einen Wert von 66,4 Punkten, obwohl hier wenig Vertrauen in den Arbeitsmarkt vorhanden sei.

Im Süden und Südosten des Landes wurde ein Rückgang im Optimismus festgestellt. Im Süden sank der Wert von 63,9 auf 60,9 Punkte, im Südosten auf 62,5 Punkte.

Laut der IPEA zeigten der Nordosten und die westlichen Regionen Zentralbrasiliens Vertrauen beim Kauf von länger haltbaren Konsumgütern, während man im Norden und Süden einschätze, dass es kein guter Zeitpunkt für die Anschaffung solcher Güter sei. Der Schuldenindex für die westlichen Regionen Brasiliens zeigte einen positiven Wert von 83,2 Prozent schuldenfreier Familien.

Was die Sicherheit auf dem Arbeitsmarkt betrifft, so konnten für den Norden positive Ergebnisse gemessen werden (93,3 Prozent für das Familienoberhaupt sowie 98 Prozent für die restlichen Familienmitglieder), während im Nordosten der niedrigste Wert verzeichnet wurde (vergleichsweise 30 Prozent / 42,4 Prozent).

Trotz des großen Vertrauens in die Sicherheit auf dem Arbeitsmarkt gab es im Norden den niedrigsten Wert, was die Erwartungen auf Verbesserung der beruflichen Situationen in den nächsten sechs Monaten betrifft: nur 13,3 Prozent im Vergleich zum Nordosten mit 50,1 Prozent.

Der IEF-Index ist das Ergebnis monatlicher Untersuchen in 3.810 Haushalten von 214 Gemeinden in ganz Brasilien. Die Skala teilt sich in folgende Punkte ein: großer Pessimismus (0 bis 20 Punkte), Pessimismus (20 bis 40 Punkte), mäßiger Pessimismus (40 bis 60 Punkte), Optimismus (60 bis 80 Punkte) sowie großer Optimismus (80 bis 100 Punkte). (ds)