Die brasilianische Forschungsstation Commandante Ferraz in der Antarktis vor dem Brand / Copyright: Agência Brasil

Die brasilianische Forschungsstation Commandante Ferraz in der Antarktis vor dem Brand / Copyright: Agência Brasil

Die brasilianische Forschungsstation Commandante Ferraz in der Antarktis wurde bisher durch das brasilianische Militär und von internationalen Forschern für Arbeiten zum Klimawandel und für Meeres- und Atmosphärenforschung genutzt. Am Samstag (25.02.) brach auf der Station Feuer aus und ein Großteil der Station wurde durch das Feuer zerstört. Die Mehrheit der rund 45 Forscher und Militärs konnte durch eine Rettungsaktion von der Station gerettet werden und befindet sich seit dem zurück auf brasilianischem Festland. Die Verunglückten, die durch den Brand zu beklagen sind, werden heute (28.02.) nach Brasilien gebracht.

Mit dem Feuer wurde nicht nur ein Augenmerk auf die Forschungsanstrengungen Brasiliens in der Antarktis gelenkt. Mittlerweile dient der Brand auch dazu die Diskussion, um Forschungsetats und die brasilianischen Ausgaben für Forschung neu anzufachen. Die Abgeordnete Jô Moraes sprach als stellvertretende Vorsitzende der parlamentarischen Unterstützungskommission für die Antarktisforschung (Frente Parlamentar de Apoio ao Programa Antártico) bereits von der fehlenden Bereitschaft, in die Antarktisforschung zu investieren. Sie sprach auch von der fehlenden Sensibilität für Forschung und deren Ergebnisse sowohl in der Öffentlichkeit als auch im Parlament und in der Regierung.

In Zahlen ausgedrückt lässt sich die von der Abgeordenten Jô Moraes beklagte fehlende Bereitschaft festmachen. So fiel der Etat des brasilianischen Antarktisprogramms (Programa Antártico Brasileiro, kurz: Proantar) von 75,1 Millionen Reais (ca. 32,7 Millionen Euro) in 2011 auf geplante 19,9 Millionen Reais (rund 8,7 Millionen Euro) in 2012. Nach Angaben der parlamentarischen Unterstützungskommission für die Antarktisforschung hätte dieser Etat noch nicht einmal ausgereicht, um den laufenden Betrieb unter normalen Bedingungen fortzusetzen.

Rund 20 Millionen Reais (ca. 8,7 Millionen Euro), so schätzt Jô Moraes, werden nun nötig sein, um die Station nach dem Brand wieder in Stand zu setzen. Der brasilianischen Forschungsminister Marco Antonio Raupp, erst seit kurzem im Amt, hat aber bereits gestern (27.02.) beteuert, dass die Station wieder renoviert und mit neuer Technik ausgestattet werden wird. Die dafür notwendigen Mittel will Marco Antonio Raupp in anderen Bereichen seines Etats einsparen. Der brasilianische Forschungsminister gab auch bekannt, dass er bereits ein Treffen mit den Leitern der Forschung aus der Station geplant hat, um die Forschungsarbeiten dort in der Antarktis fortsetzen zu können. (mas)