Große Automobilkonzerne wie Volkswagen, Daimler und Ford haben ihre Produktion zurückgefahren / Copyright: Wikimedia Commons (Taneli Rajala)

Die Automobilproduktion ist im Juni noch weiter rückläufig, obwohl die Verkaufszahlen sehr gut sind / Copyright: Wikimedia Commons, T. Rajala)

Vielleicht wusste der brasilianische Finanzminister Guido Mantega bereits von diesen Zahlen, als er vorgestern (04.07.) vor Wirtschaftsvertretern von Anzeichen in der brasilianischen Wirtschaft sprach, die ihn an 2010 erinnern würden. Gestern (05.07.) wurden eine Reihe von Zahlen aus verschiedenen Sektoren der brasilianischen Industrie gemeldet, die aufhorchen lassen und die wenig erfreulichen Zahlen von Beginn diesen Jahres ein wenig vergessen lassen. So sind beispielsweise die Automobilverkäufe auf einem historischen Hoch im Juni angekommen.

Die Verkaufszahlen bei neuen Automobilen zeigen von Mai bis Juni 2012 ein exorbitantes Wachstum von 22,9 Prozent und damit wurden insgesamt 352.200 Fahrzeuge im Juni 2012 verkauft. Dies alles ist nicht allein einem gutem wirtschaftlichen Umfeld und damit einer guten Kauflaune der Verbraucher zu verdanken, sondern es sind vor allem zwei Faktoren, die hier die Verkaufszahlen beeinflussen. Zum einen wurden im letzten Monat verstärkt die Zinsen auf Kredite weiter vergünstigt und so können sich viele Privathaushalte nun ein Auto über diese Kredite finanzieren. Ein weiterer Faktor ist die Reduktion der Steuer auf Industrieprodukte (Imposto sobre Produtos Industrializados, kurz: IPI), die sich günstig auf die Preise der Neuwagen auswirkt.

Die brasilianische Produktion von Neuwagen zeigte jedoch im Juni noch einen Rückgang von 2,6 Prozent im Vergleich zum Vormonat Mai. Dies könnte auch mit dem hohem Bestand an bereits produzierten Autos zusammenhängen, der zwar durch den sehr guten Verkauf im Juni einen Rückgang auf 342.000 Fahrzeuge zu verzeichnen hat, aber damit immer noch sehr hoch ist. Wenn die Verkäufe jedoch auf einen so hohen Niveau verbleiben, dann wird dies sicherlich bereits im Juli Auswirkungen auf die Produktion haben. (mas)