Banken wie die Banco do Brasil müssen am September höhere Sozialabgaben zahlen. / Copyright: Wikimedia Commons, Eduardo P

Um die Staatskasse aufzubessern und das Geschäftsziel zum Ende des Jahres zu erreichen, hat die brasilianische Regierung die Sozialabgabe auf den Reingewinn von Finanzinstituten wie Banken, Versicherungen und Kreditkartenverwaltungen von 15 auf 20 Prozent angehoben. Die Erhöhung wird zum 1. September dieses Jahres in Kraft treten und soll für Mehreinnahmen zwischen drei und vier Milliarden Reais pro Jahr sorgen, so die Schätzungen der Regierung. 2014 zahlten die Finanzinstitute im Rahmen der Sozialabgabe an die Regierung 10,9 Milliarden Reais.

Die Anhebung ist Teil eines Plans der brasilianische Regierung, bei dem die Ausgabenkürzungen mit einer Reihe von Steueraufschlägen kombiniert werden sollen, um die Staatseinnahmen noch weiter zu erhöhen. Nach Schätzungen der Regierung soll dank beider Maßnahmen eine Summe zwischen 70 und 80 Milliarden Reais zusammen kommen. Ziel des Finanzministeriums ist es mit der Abgabenerhöhung also insbesondere, die Kürzungen zu verstärken und das Risiko einer Abwertung der Kreditwürdigkeit Brasiliens zu mindern.

Zuletzt wurden die Sozialabgaben auf den Reingewinn 2008 erhöht, während der zweiten Amtszeit Lulas, als die brasilianische Wirtschaft ebenfalls von einer Krise betroffen war. Damals stiegen die Abgaben für Finanzinstitute von 9 auf 15 Prozent an. (ls)

Quelle: Estado de S. Paulo