Der brasilianische Finanzminister Guido Mantega beim Treffen mit den Vertretern der Industrie / Copyright: Agência Brasil

Der brasilianische Finanzminister Guido Mantega beim Treffen mit den Vertretern der Industrie / Copyright: Agência Brasil

Es ist nicht zu leugnen, dass der von der brasilianischen Regierung gewählte Weg der Reduktion der Steuer auf Industrieprodukte (Imposto sobre Produtos Industrializados, kurz: IPI) nicht seine gewünschte Wirkung entfaltet hätte. Zumindest bei den Autoverkäufen und auch im Bereich anderer industriell gefertigter Konsumprodukte lässt sich eindeutig ein Zusammenhang zwischen der Reduktion der IPI und dem Anstieg des Verkaufs feststellen. Gestern (28.08.) trafen sich die Vertreter einzelner Branchen, die bisher zumindest teilweise von der Reduktion der IPI profitiert hatten mit Brasiliens Finanzminister Guido Mantega.

Da die Reduktion der IPI von Beginn an zeitlich befristet war und Ende September ausläuft, stand das gestrige Treffen unter einem gewissen zeitlichen Druck. Die Unternehmer wünschen sich dringend eine Verlängerung der Reduktion, da sie sich derzeit durch ein erneutes plötzliches Ansteigen der Steuer einen deutlichen Einbruch im Verkauf erwarten. Vielen Vertreter war aber eine Verlängerung der Phase der Reduktion der IPI nicht genug. Sie würden gerne weitere Produkte auf die Liste der Ausnahmen mit aufgenommen sehen, um so den Effekt des steigenden Verkaufs für die industrielle Produktion insgesamt noch zu erhöhen.

Der brasilianische Finanzminister steht in einem Dilemma. Zum einen hatte er Anfang diesen Jahres noch versprochen, alles in seiner Macht stehende tun zu wollen, damit die wirtschaftliche Entwicklung Brasiliens weiterhin ein Wachstum aufweist. Andererseits sind erst gestern Schätzungen zum Staatshaushalt und den Einnahmen bis Ende 2013 veröffentlicht worden. Diese zeigen, dass mit auf Grund der Reduktion der IPI der brasilianische Staat geschätzte 36,4 Milliarden Reais (rund 14,3 Milliarden Euro) weniger bis Ende 2013 einnehmen wird. (mas)