Wartungen an den Anlagen bescherten dem Unternehmen Gewinneinbußen im Jahr 2012 / CC Foto: Ralf Roletschek

Wartungen an den Anlagen bescherten dem Unternehmen Gewinneinbußen im Jahr 2012 / Copyright: CC Foto: Ralf Roletschek

Zum ersten Mal seit acht Jahren sank beim halbstaatlichen brasilianischen Erölproduzenten Petrobrás der Unternehmensgewinn und landete mit 17 Milliarden Reais (ca. 6,28 Milliarden Euro) auf dem Niveau von 2003/2004. Dies bedeutet im Vergleich zum Vorjahr ein Gewinnhalbierung. Erstmals in der Geschichte des Unternehmens war im Jahr 2012 sogar ein Verlustquartal zu verzeichnen. Die Produktion sank und die Aktienwerte wiesen am Jahresende ein Minus auf. Die Börse reagierte auf die Situation mit einem Fall der Aktien um 9,2 Prozent, während die Aktien aller anderen Börsenunternehmen um durchschnittlich 7,4 Prozent zulegten.

Als Ursache für den Produktionsrückgang nennt Petrobrás die vielen von der neuen Unternehmensleiterin, Graça Foster, angeordneten Wartungsarbeiten auf den Förderanlagen. Wie ein Angestellter der Petrobrás auf Nachfrage der Tageszeitung Folha de S. Paulo mitteilte, wären seit Jahren keine grundsätzlichen Instandhaltungsmaßnahmen getroffen worden. Stattdessen sei versucht wurden, das Maximale aus den Anlagen herauszuholen, um den heimischen Boom zu alimentieren. Durch den Produktionsrückgang 2012 sah sich das Unternehmen sogar gezwungen, Erdöl zu importieren. Dies führte zu den Verlusten, zumal die Regierung sich dagegen verwehrte, den Benzinpreis im Land zu erhöhen.

Dennoch sei das erste Jahr der neuen Unternehmensleiterin, Graça Foster, als äußert positiv zu bezeichnen, wie David Zylbersztajn, Analyst und früherer Direkter der Nationalen Agentur für Erdöl (Agência Nacional do Petróleo, kurz: ANP) mitteilte. Foster erst habe das Unternehmen aufgeräumt und die Versäumnisse in der Wartung und Modernisierung mussten, ob kurz oder lang, zu negativen Ergebnissen führen. (ms)