Die brasilianische Präsidentin Dilma Rousseff bei ihrer Ankunft in Haiti / Copyright: Agência Brasil

Die brasilianische Präsidentin Dilma Rousseff bei ihrer Ankunft in Haiti / Copyright: Agência Brasil

Bei ihrem Haitibesuch teilte die brasilianische Präsidentin Dilma Rousseff gestern (01.02.) mit, dass sie die Anzahl der Streitkräfte Brasiliens in Haiti von 2.200 auf 1.900 reduzieren möchte. Brasilien steuert die sogenannte Mission zur Organisation der Vereinten Nationen für die Stabilisierung Haitis (Missão da Organização das Nações Unidas para a Estabilização do Haiti, kurz: MINUSTAH), die 2004 ins Leben gerufen wurde.

Man verstärkte die brasilianischen Streitkräfte nach dem Erdbeben in Haiti im Januar 2010 noch einmal. Mit der Reduzierung entspräche die Anzahl der Militärs der vor der Naturkatastrophe.

Laut Rousseff würde diese Veränderung Teil einer neuen Strategie zur Sicherheit Haitis sein. Man wolle Stück für Stück die brasilianischen Streitkräfte reduzieren. „Wir müssen längerfristig denken und deshalb wird es eine Kommission geben, die die Sicherheit Haitis einschätzt und somit systematisch die MINUSTAH-Truppen reduziert.“

Die Präsidentin sprach auch über die Immigration der Haitianer in Brasilien, verurteilte die sogenannten „Coyoten“, Menschen, die illegal Immigranten über die Grenze bringen und dafür bezahlt werden, und bestätigte die vor kurzem in Kraft getretenen Maßnahmen der brasilianische Regierung für die Vergabe von Visa.

Rousseff sagte noch einmal, dass Brasilien offen sei, Haitianer aufzunehmen, aber dass man gegen die illegalen Vorgänge vorgehen müsse. Sie erinnerte daran, dass durch die neuen Maßnahmen die Bedingung für den Erwerb eines Visums gelockert und somit die sozialen und wirtschaftlichen Schwierigkeiten des haitianischen Volkes berücksichtigt würden.

Im Januar schuf die brasilianische Regierung ein spezielles Visum für die rund 4.000 Haitianer, die bereits in Brasilien leben. Haitianer müssen vor ihrer Einreise keinen Arbeitsvertrag in Brasilien vorweisen. Von diesen neuen Regeln profitieren ca. 1.200 Haitianer pro Jahr.

Außer der Frage nach Streitkräften und der Situation der Immigranten sprach Rousseff bei ihrem Haitibesuch auch über die Unterstützung des wirtschaftlichen Wachstums sowie des Wiederaufbaus des Landes. Auf der Tagesordnung der Präsidentin stehen ebenso ein Treffen mit brasilianischen Nichtregierungsorganisationen, die sich im Bereich humanitärer Hilfe Haitis einsetzen, und ein Besuch des MINUSTAH-Bataillons. (ds)