Der stellvertretende Kulturminister Vítor Ortiz (rechts) mit dem Präsidenten der Kulturstiftung Palmares / Copyright: Agência Brasil

Der stellvertretende Kulturminister Vítor Ortiz (rechts) mit dem Präsidenten der Kulturstiftung Palmares / Copyright: Agência Brasil

Brasiliens stellvertretender Kulturminister, Vítor Ortiz, teilte gestern (08.01.) der brasilianischen Nachrichtenagentur Agência Brasil mit, dass die Bundesregierung beschlossen habe, bis zum Jahresende eine Reihe von Kulturprojekten zu starten.

Das bedeutendste Projekt unter ihnen sei, laut Ortiz, 400 kulturelle Begegnungsstätten und Sportanlagen im ganzen Land zu schaffen. Das Vorhaben, welches 2011 begonnen und dieses Jahr finanziell ausgebaut werde, begünstigt in erster Linie Kinder und junge Menschen aus bedürftigen Wohnvierteln.

Des Weiteren sind Projekte für die Stimulation des Leseverhaltens der Brasilianer, für den Ausbau der finanziellen Mittel zugunsten der bildenden Kunst, Theater, Musik und Tanz sowie für die Verbesserung der Infrastruktur von Ausstellungs- und Schauspielhäusern vorgesehen.

Das erste Projekt, welches noch im ersten Halbjahr 2012 begonnen werden soll, nennt sich Livro Popular („Volksbuch“). Ausgewählte Bücher sollen, durch eine Preissenkung auf etwa zehn Reais (ca. 4,20 Euro) pro Buch, zugänglicher gemacht werden. Auch Bibliotheken und Verlage sollen in das Projekt einbezogen werden. Der Vorschlag liegt noch zur Ausarbeitung beim Kulturministerium, soll jedoch bis zum Monatsende dem Regierungspalast vorgelegt werden.

Ortiz beschreibt die Initiative der Regierung im Kulturbereich als eine Maßnahme zur Anregung der Kreativwirtschaft Brasiliens. Ein Konzept, das Kultur und kulturelle Aktivitäten auch als arbeitsschaffende Maßnahmen ansieht und als eine weitere Möglichkeit, die Wirtschaft im Land anzukurbeln. Das Regierungsprogramm zur Kreativwirtschaft werde außerdem deshalb entwickelt, um die Mentalität in Hinsicht auf Kultur zu verändern, so Ortiz. Durch dieses Programm werden Investoren praktische Informationen erhalten, wie man durch Investitionen im kulturellen Sektor Gewinne erzielen kann und somit das Potential der brasilianischen Wirtschaft nutzen kann. (jv)