Der Staatssekretär im brasilianischen Finanzministerium, Nelson Barbosa / Copyright: Agência Brasil

Der Staatssekretär im brasilianischen Finanzministerium, Nelson Barbosa / Copyright: Agência Brasil

Nach den Wünschen einiger brasilianischer Unternehmer nach einer stärkeren Regulierung des Wechselkurses, wie beispielsweise einer Fixierung des Kurses zwischen US-Dollar und Brasilianischem Real, hat der Staatssekretär im Finanzministerium, Nelson Barbosa, solchen Wünschen eine klare Absage erteilt. Die brasilianische Regierung sei zwar besorgt wegen der starken Volatilität, die der Wechselkurs derzeit aufweist, allerdings zeigte sich Nelson Barbosa überzeugt, dass dies nur vorübergehend der Fall sei und der freie Wechselkurs Möglichkeiten der Steuerung biete, die bei anderen Wechselkursregimen nicht möglich wären.

Der Zustrom an US-Dollar nach Brasilien hat im März bereits weiter zugenommen und die Zentralbank versucht, mit Aufkäufen den Wechselkurs stabil zu halten. Insgesamt gab es durch den Zustrom von ausländischem Kapital einen Überschuss von rund sechs Milliarden US-Dollar (ca. 2,5 Milliarden Euro) in Brasilien. Davon kommt der überwiegende Teil mit 4,8 Milliarden US-Dollar (ca. zwei Milliarden Euro) aus Import- und Exportgeschäften. Dadurch dass die Exporte mit Soja beispielsweise im März kräftig angezogen hatten, ergibt sich unweigerlich ein vermehrten Zustrom an US-Dollar aus den Verkäufen. So ist ein Teil des von der brasilianischen Regierung postulierten Wechselkurskrieges auch der starken Exportorientierung vor allem im Agrarsektor geschuldet.

Der Anteil der ausländischen Investitionen betrug im März rund 20 Prozent am gesamten Überschuss in der brasilianischen Bilanz. Davon wiederum entfällt ein großer Teil auf ausländische Direktinvestitionen, welche auch nicht von regulativen Maßnahmen betroffen sind. Die brasilianische Regierung plant dennoch die Bezugszeit der Finanztransaktionssteuer (Imposto sobre Operações Financeiras, kurz: IOF) in Höhe von sechs Prozent von derzeit drei auf fünf Jahre zu verlängern. Vor allem im Bereich der Rohstoffe soll diese Maßnahme Beruhigung bei der Volatilität der Preise bringen, da man so hofft, die Spekulationen mit Rohstoffen zu verringern. (mas)