Brasilianische Sparanlagen haben große Attraktivität

07.08.2012 | Wirtschaft |
Brasilianische Reais / Copyright: Sete - Fotolia.com

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Es lässt sich noch nicht ganz genau sagen, ob es auch an der Sparfreude der brasilianischen Bevölkerung liegt oder ob es ein reines Ausweichen großer Finanzinvestoren auf eine sichere Anlageform ist. Jedenfalls erfreut sich die brasilianische Sparanlage (Poupança) einer sehr großen Nachfrage und dies obwohl die Regierung erst kürzlich die Regelung für die Zinssätze angepasst hat. Anders als in den meisten Ländern ist in Brasilien die Sparanlage vom Staat geschützt und stark reguliert. Hierzu zählt auch die Festlegung auf einen Referenzzinssatz (Taxa Referencial, kurz: TR) plus zusätzlicher 0,5 Prozent Zinsen je Monat. Damit summieren sich die Zinsen derzeit auf rund 6,17 Prozent pro Jahr.

Im Mai hat die brasilianische Regierung, bedingt durch die kontinuierliche Absenkung des Leitzinses Selic, eine Kopplung an den Selic beschlossen, um eine Kapitalflucht von Großanlegern aus dem Kreditgeschäft in die Sparanlagen zu verhindern. Damit wird der Jahreszins auf das Sparbuch nun auf Basis des TR plus 70 Prozent des Selic gedeckelt.

Unabhängig von dieser Neuerung gab es im Juli mit 8,25 Milliarden Reais (ca. 3,3 Milliarden Euro) einen neuen Rekord bei den Geldern die in Sparanlagen flossen. Insgesamt sind damit ca. 459,4 Milliarden Reais (rund 182 Milliarden Euro) auf Sparanlagen unterschiedlicher Formate gebunden. Allein in den letzten drei Monaten wurden rund 19,6 Milliarden Reais zusätzlich auf Sparkonten angelegt. Damit zeigt sich die Attraktivität der regulierten brasilianischen Sparanlage deutlich in der internationalen Krise. Es bleibt abzuwarten, ob die Regierung bei einem derartigen Zustrom an Kapitalanlagen nicht noch einmal regulierend eingreifen muss. (mas)


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