Die Zahl der registrierten Investoren hat sich in 2012 auf 321.667 Personen erhöht / Copyright: Wikimedia, Creative Commons, R. Moretti

Die Zahl der registrierten Investoren hat sich in 2012 auf 321.667 Personen erhöht / Copyright: Wikimedia, Creative Commons, R. Moretti

Der gute alte Vater Staat ist gefragt wie noch nie und da ist es derzeit gleichgültig, auf welcher Seite des Atlantiks man sich umschaut. Nicht nur dass in Zeiten der internationalen Finanz- und Wirtschaftskrise staatliche Eingriffe in den Markt mehr und mehr an Bedeutung und auch an Fürsprechern gewinnen, auch scheint der Staat ein neues lukratives Ziel für die Anlage von Geld geworden zu sein, da sich bei vielen der anderen Anlageformen, wie bspw. Unternehmensbeteiligungen, die Unsicherheit in den letzten Jahren deutlich erhöht hat. Diese Renaissance des Staates geht auch nicht an Brasilien vorüber, vielmehr fühlt sich Brasilien mit seiner aktiven Rolle des Staates als Vorbild unter vielen aufstrebenden Ländern des globalen Südens.

Ein Großteil des Kapitalvermögens, das derzeit keine sichere und lukrative Anlageform bei den bisherigen Vorreitern findet, sucht sich neue Nischen. So ist es nicht verwunderlich, dass brasilianische Staatsanleihen einen regelrechten Boom in den letzten zwölf Monaten erfahren haben. Um mehr als 20 Prozent stiegen die gekauften Staatsanleihen. Allein im Oktober gab es einen Anstieg um 14,3 Prozent. Insgesamt halten Investoren damit ein Vermögen von 9,2 Milliarden Reais (ca. 3,45 Milliarden Euro). Dies entspricht einem Zuwachs von 32,8 Prozent im Vergleich zum Oktober 2011. Die Mehrheit, über 70 Prozent, der Staatschuldtitel hat dabei eine Laufzeit von mehr als fünf Jahren. Erfreulich ist der Zuwachs an privaten Investoren, denn der Staat hat bis Oktober 2012 mittlerweile 321.667 Einzelinvestoren registriert (vgl. Bild). Es ist also ein tendenziell längerfristiges Vertrauen, das die Investoren Brasilien gegenüber zeigen. Eines aber bleiben die Titel: Schulden des brasilianischen Staates. Dass Brasilien von der internationalen Situation derzeit profitiert, ist erfreulich, dass die Verschuldung so schnell wächst, jedoch durchaus bedenklich. (mas)