Brasilianer investieren zunehmend in Kredite für Bauvorhaben / Copyright: Wikipedia, gemeinfrei
Die Stahlindustrie hat großes Wachstumspotential / Copyright: Wikipedia, gemeinfrei

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Im Vergleich zum Vorjahr könnte die brasilianische Produktion von Rohstahl in diesem Jahr um 5,8 Prozent wachsen. Insgesamt würden damit rund 36,5 Millionen Tonnen Stahl hergestellt werden. Diese Informationen veröffentlichte das Brasilianische Stahlinstitut (Instituto Aço Brasil, kurz: IABr) gestern (07.05). Der Leiter des Instituts, Marco Polo de Mello Lopes, gab jedoch zu Bedenken, dass die tatsächliche Wachstumsrate stark von der Gesamtwirtschaft Brasiliens abhänge.

Das veröffentlichte Wachstumspotential des IABr basiere auf einem geschätzten Anstieg des diesjährigen brasilianischen Bruttoinlandsprodukts (kurz: BIP) von 3,7 Prozent. Werde dieser Wert nicht erreicht, müssten auch die Schätzungen bezüglich des Wachstums der Stahlindustrie revidiert werden, erklärte Lopes.

Einer Studie der brasilianischen Zentralbank (Banco Central, kurz: BC) zufolge liegt die Schätzung für das BIP dieses Jahres bei gerade einmal drei Prozent. Bliebe es bei diesem Wert, würde der Stahlsektor sein Potential nicht vollends ausschöpfen können.

Der Leiter des IABr sprach außerdem über die internationale Wettbewerbsfähigkeit der brasilianischen Stahlproduktion. Diese sei durch grundlegende Probleme behindert. Er kritisierte die brasilianische Infrastruktur, das Steuersystem und die hohen Energiekosten. Lopes ist sich sicher, dass die Stahlindustrie zunächst Schwierigkeiten innerhalb Brasiliens überwinden müsse und der interne Markt angekurbelt werden müsse, um schließlich international mithalten zu können.

Probleme des Sektors und mögliche Lösungswege sollen ab heute (08.05.) im Rahmen des 24. Brasilianischen Stahlkongresses (Congresso Brasileiro do Aço) diskutiert werden. (sg)