Die brasilianische Umweltministerin Izabella Teixeira (links) setzt sich für intensivere Umweltpolitik ein / Copyright: Agência Brasil

Die brasilianische Umweltministerin Izabella Teixeira (links) setzt sich für intensivere Umweltpolitik ein / Copyright: Agência Brasil

Die brasilianische Umweltministerin Izabella Teixeira teilte gestern (25.01.) mit, dass Umweltorganisationen in Brasilien derzeit vor allem bei Themen der Vergabe von Lizenzen und Umweltkontrolle polarisieren würden. Teixeira ist der Meinung, dass diese Organisationen momentan lediglich als sekundäre Akteure in öffentlichen Politikdebatten vorkommen und stärker mit einbezogen werden müssten.

Die Ministerin nahm am zweiten brasilianischen Treffen der Gesundheitssekretäre (2º Encontro Brasileiro de Secretários de Saúde) in Porto Alegre (Bundesstaat Rio Grande do Sul) teil. Dabei äußerte sie sich, dass man mittlerweile die internationale Krise erkannt habe und das nicht nur auf wirtschaftlicher Ebene, sondern auch was ethische Werte und Verhalten betrifft.

Ein wichtiger Punkt sei, dass man für ein nachhaltiges Wachstum voranschreite, so Teixeira. Des Weiteren stellte sie fest, dass das Land sich an einem Wendepunkt in der Umweltpolitik befinde, was fortschrittlich sei und auch so beibehalten werden müsse. Die Hauptaufgabe bestünde nun darin, in der Konferenz der Vereinten Nationen zum nachhaltigen Wachstum (Rio+20), die im Juni in Rio de Janeiro stattfindet, über den Tellerrand hinauszuschauen und weiter zu gehen als vor 20 Jahren bei der Konferenz Rio 92.

Die Konferenz biete die Möglichkeit, umfassendere Visionen zu diskutieren, Politik und andere Akteure mit einzubeziehen. Wenn man beispielsweise über Deponien spricht, so müsse man auch die Müllabfuhr, das Recyceln, die Schaffung von Arbeitsplätzen und Einkommen sowie die Menschenwürde berücksichtigen. Diese Punkte gehören für Teixeira zur Umweltpolitik, zur Nachhaltigkeit und Entwicklung. Man dürfe Prozesse nicht nur auf Lizenzvergaben beschränken, sondern müsse darüber hinausgehen.

Was die Diskussionen rund um die Genehmigung des neuen Waldgesetzes (Código Florestal) durch den Senat angehe, so ist Teixeira der Meinung, dass man bei diesen komplexen und schwierigen Verhandlungen Wege zu Gesprächen und Übereinstimmungen finden müsse.

Die Debatten über das Waldgesetz werden momnetan immer noch fortgeführt und würden sich nicht erschöpfen. Es müsse ein Schritt nach vorn gemacht werden, in dem man aufeinander zugehe und eine Einigung finde. Sonst wäre es unmöglich, Barrieren zu überwinden, so die Ministerin. (ds)