Brasil. Real und Dollar im Währungskrieg / Copyright: Agência Brasil
Währungskrieg zwischen Real und US-Dollar / Copyright Agencia Brasil

Währungskrieg zwischen Real und US-Dollar / Copyright Agencia Brasil

Die brasilianische Zentralbank (Banco Central) entschärft die Einschränkungen von Exporten brasilianischer Waren und damit den Zahlungsverkehr des US-Dollars.

Die neue Regelung vom gestrigen Dienstag lockert die Frist für Exporte bei Vorkasse, sogenannten pagamentos antecipados. Demnach müssen die Waren nun nicht mehr innerhalb von 360 sondern von 1.800 Tagen nach Zahlungseingang ausgeliefert werden. Zudem können auch Finanzinstitute wie Banken die Zahlungen übernehmen. Die Maßnahme zielt darauf ab, den Wert des US-Dollars gegenüber dem Real zu senken und so den Markt mit Kapital zu versorgen. Der Dollar kostete zuletzt 2,13 Reais. In Folge der Regelung fiel noch am Dienstag der Wert des Dollars um 0,82% und wurde an der Börse in São Paulo schließlich mit 2,10 Reais gehandelt.

Erst im März dieses Jahres hatte Finanzminister Guido Mantenga die Exportbeschränkungen und Zahlungsauflagen eingeführt. Damit reagierte er auf den Fall des Dollars. Dieser, so Mantenga im März, lasse die brasilianischen Exporte zunehmend teurer, die Importe hingegen billiger werden. Dies schade vor allem der heimischen Industrie. Bezogen auf die niedrigen Kurse von Dollar und Euro sprach die Präsidentin Dilma Rousseff damals von einem „Währungs-Tsunami“, den die sogenannten entwickelten Länder losbrächen, um sich inmitten der Finanzkrise Standortvorteile für den Export ihrer Produkte zu verschaffen.

Nun aber sahen sich die brasilianischen Behörden gezwungen, den einheimischen Markt wieder mit billigem Kapital zu versorgen sowie den Export brasilianischer Waren zu erleichtern. (ms)