Hauptsitz der Brasilianischen Zentralbank in Brasilia / Copyright: Banco Central by Enildo Amaral

Hauptsitz der Brasilianischen Zentralbank in Brasilia / Copyright: Banco Central by Enildo Amaral

Es ist zwar nicht der Zinssatz für den Leitzins Selic den das geldpolitische Komitee (Conselho Monetário Nacional, kurz: CMN) der brasilianischen Zentralbank gestern (05.07.) gesenkt hat, dennoch ist es ein finanzpolitisches Zeichen, dass die Kredite wohl dauerhaft günstig bleiben sollen. In der vergangenen Woche waren vom CMN bereits die Zinsen auf die reguläre langfristige Refinanzierung der Banken von sechs auf 5,5 Prozent gesenkt worden. Das CMN beschloss nun den Zins auf die sogenannten Hilfskredite von neun auf acht Prozent zu senken. Diese Hilfskredite dienen vor allem Industriesektoren, die von der aktuellen globalen ökonomischen Krise betroffen sind, sich leichter mit frischem Geld versorgen zu können und sich so durch neue Investitionen oder Exportförderprogrammen wieder wettbewerbsfähig zu machen. Die vergebenen Kredite werden deshalb von der brasilianischen Zentralbank als Revitalisierungskredite bezeichnet.

Auch die Industriesektoren, die von dieser speziellen Kreditlinie Gebrauch machen dürfen, wurden neu definiert. Unter anderem können Früchteproduzenten, Edelstein verarbeitende Betriebe, Spielwarenhersteller und die Textil- und Schuhindustrie auf die nun weiter vergünstigten Kredite zurückgreifen. Insgesamt sind Betriebe aus 20 Sektoren für die Kreditlinie antragsberechtigt.

Vergeben werden die Kredite von der zentralen staatlichen brasilianischen Entwicklungsbank (Banco Nacional de Desenvolvimento Econômico e Social, kurz: BNDES) und von anderen Förderbanken. Das auszuschüttende Volumen an Krediten beläuft sich dabei insgesamt auf 6,7 Milliarden Reais (ca. 2,6 Milliarden Euro), wobei sich das Limit für das einzelne Unternehmen auf 150 Millionen Reais (rund 60 Millionen Euro) beläuft. (mas)