Hauptsitz der Brasilianischen Zentralbank in Brasilia / Copyright: Banco Central by Enildo Amaral

Hauptsitz der Brasilianischen Zentralbank in Brasilia / Copyright: Banco Central, Enildo Amaral

Die brasilianische Zentralbank (ZB) kündigte vergangenen Freitag (17.02.) eine öffentliche Anhörung über die Einführung neuer Regelungen an, die beinhalten, das Eigenkapital von Banken zu stärken, um eine stabilere finanzielle Situation bei Zahlungsunfähigkeit zu gewährleisten.

Hierbei richtete sich die Zentralbank nach den Empfehlungen des Basler Ausschusses für Bankenaufsicht und schlug den nationalen Banken Brasiliens einen Plan zur Anpassung an die neuen Regelungen vor, die auch unter dem Begriff „Basel III“ bekannt sind. Hierbei handele es sich um ein Reformpaket für die bereits bestehende Bankenregulierung Basel II. Man reagiere damit auf die von der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise seit 2007 offengelegten Schwächen der bisherigen Bankenregulierungen. Der Minimalwert des Eigenkapitals solle von den derzeit elf Prozent auf dreizehn Prozent im Jahr 2017 ansteigen, mit einem Zeitplan, der im Januar nächsten Jahres in Kraft tritt und bis Anfang 2019 geht.

Durch die neuen Regelungen sollen die Finanzinstitutionen Einschläge des eigenen Finanzsystems oder anderer Sektoren der Wirtschaft besser abfedern können und damit finanzielle Stabilität erhalten.

Der Entwurf schlägt drei unabhängige Anforderungen an Banken im Land vor: die Fokussierung des Kernkapitals, was sich aus eingezahltem Gesellschaftskapital und Gewinnrücklagen zusammensetzt, das Tier I-Kapital (Kernkapital und Instrumente, durch die Verluste absorbiert werden können), und Referenzkapital, das sich aus dem Tier I-Kapital und Instrumenten zusammensetzt, die Verluste bei Abzahlungen absorbieren.

Um starke Schwankungen bei Krediten abzufedern, schlägt die Zentralbank einen Zusatz zum Kernkapital vor, der zwischen 2,5 und 5 Prozent bei Risikovorgängen liegen kann. Der Wert solle je nach wirtschaftlicher Situation von der ZB festgelegt werden. (ds)