Brasilianische Zentralbank warnt vor Bitcoins wegen Hangerangriffen auf Computer mit der digitalen Währung. / Copyright: Vincent Diamante, Wikimedia Commons
Brasilianische Zentralbank warnt vor Bitcoins wegen Hangerangriffen auf Computer mit der digitalen Währung. / Copyright: Vincent Diamante, Wikimedia Commons

Brasilianische Zentralbank warnt vor Bitcoins wegen Hangerangriffen auf Computer mit der digitalen Währung. / Copyright: Vincent Diamante, Wikimedia Commons

Das Prinzip klingt verlockend: Geld an alle Orte der Welt transferieren, ohne dafür Steuern oder Gebühren an eine Bank zahlen zu müssen. Per digitaler Währung zu bezahlen birgt allerdings einige Gefahren: Das Problem sind vor allem Sicherheitslücken im Internet, die es Dieben leicht machen und zu Verlusten durch die Wechselkurse führen können. Um die Bedenken beim virtuellen Bezahlen zu unterstreichen, gab die brasilianische Zentralbank vergangene Woche eine Warnmeldung heraus. Darin rät die Währungsbehörde von der Nutzung digitaler oder verschlüsselter Währung ab, weil eine Garantie für die Umwandlung in offizielles Geld fehle und damit die Glaubwürdigkeit bei der Annahme von Online-Geld zu niedrig sei.

„Der Umtauschwert von virtuellem zu echtem Geld durch Finanzinstitute hängt allein von dem Glaube und dem Vertrauen ab, inwiefern die Marktteilnehmer virtuelles Geld als Tauschmedium akzeptieren und an die Deckung durch echtes Geld glauben. Es gibt keinen staatlichen Mechanismus, der das System überwacht, so dass das gesamte Risiko in den Händen der Nutzer liegt“, warnte die Zentralbank sinngemäß. Weiter stellte sie auch klar, dass sich die virtuelle von der elektronischen Währung unterscheide, wie es ein neues Gesetz von vergangenem Oktober zeige. Wie die Zentralbank regeln ließ, funktioniert die elektronische Währung bei Überweisungen und Zahlungen mittels Krediten und Lastschrift über Handys und andere mobile Endgeräte. Die Transaktionen werden laut Währungsbehörde komplett in Landeswährung vollzogen, anders bei der virtuellen Währung, bei der eine Umwandlung nötig sei.

Grund für die Warnmeldung waren Hackerangriffe in der vergangenen Woche auf Computer, auf denen sogenannte Bitcoins gespeichert waren – die derzeit bekannteste Art digitaler Währung. Es konnten keine Transaktionen mehr ausgeführt werden, so dass der Wert des virtuellen Geldes einbrach, was denjenigen schadete, die ihr echtes Geld in Online-Münzen umwandelten. Zum Preisverfall trug außerdem die Entscheidung Chinas und Russlands bei, den Einsatz von Bitcoins zu verbieten, weil diese Geldwäsche, Verschleierung von Vermögenswerten und Steuerhinterziehung erleichterten. Für Thiago Oliveira, den Präsidenten der brasilianischen Organisation „Safernet Brasil“, die die Sicherheit im Netz überwacht, zeigen diese Entwicklungen, wie riskant der Einsatz von virtuellem Geld ist. „Diese Art Geld ist vielleicht immun gegen die Probleme des traditionellen Finanzsystems wie Inflation und Wirtschaftskrisen, auf der anderen Seite ist es aber angesichts neuer Krisen höchst gefährdet. Der Wechsel läuft nicht über die Marktgesetze, sondern hängt von der Angreifbarkeit der Netze ab“, so Oliveira. (ls)