Abholzungen im Gebiet von Amazônia Legal / Copyright: Agência Brasil

Abholzungen im Gebiet von Amazônia Legal / Copyright: Agência Brasil

Das neue brasilianische Waldgesetz (Código Florestal) ist noch nicht in Kraft und schon wird es auf dem derzeitigen Kongress für eine ökologische Waldökonomie bereits für seine enthaltenen Regelungen kritisiert. Die Stiftung für ein nachhaltiges Amazonien (Fundação Amazonas Sustentável, kurz: FAS) und die Stiftung Getulio Vargas (Fundação Getulio Vargas, kurz: FGV), welche den Kongress zusammen organisiert haben, suchen nach Wegen, die brasilianische Waldwirtschaft einem ökologischen Wandel zu unterziehen.

Als Beispiel für einen erfolgreichen Umbau führt die FAS die ökologische Agrarproduktion an. In der ersten Phase war die Produktion teuer und die Produkte erzielten wegen ihres hohen Preises kaum Absätze. Erst als die Produktion auf größere Flächen ausgeweitet wurde und Skalenerträge auch bei der ökologischen Produktion realisierbar wurden, trafen die Produkte durch ihre niedrigeren Preise auf eine entsprechende Nachfrage auf dem brasilianischen Markt. Bei manchen Ölen sind heute die ökologisch produzierten billiger als die konventionell hergestellten. Diese Erfahrung sucht die FAS auch für die Waldwirtschaft in Brasilien in eine nachhaltigere Bewirtschaftung der Wälder umzusetzen.

Andere Regelungen des neuen Gesetzes halten die Teilnehmer des Kongresses ebenso für fragwürdig, wenn nicht sogar für kontraproduktiv. Nach dem neuen Gesetz müssten die bereits bestehenden Siedlungen an Flussufern aufgelöst und 500 Meter ins Landesinnere verlegt werden. Die meisten Flussgemeinden besiedeln die Uferregionen aber seit Jahrzehnten im Einklang mit der Natur und die Anwendung des neuen Gesetzes würde damit das notwendige soziale Gefüge zerstören, welches für eine nachhaltige sozioökonomische Bewirtschaftung notwendig ist.

Nach der Meinung beider Stiftungen braucht es eine bessere Koordinierung der Interessengruppen im Bereich des Umweltschutz. Viele Akteure würden, so die Meinung von FAS und FGV, eine jeweils eigene Agenda verfolgen mit kontraproduktiven Folgen für den Umweltschutz. Ein koordinierteres Vorgehen wäre in der Zukunft sinnvoll, um eine kohärente Politik für den Waldschutz und den Aufbau einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung gemeinsam zu betreiben. (mas)