Der brasilianische Finanzminister Guido Mantega befürwortet die Senkung des Linzins / Copyright: Agência Brasil

Der brasilianische Finanzminister Guido Mantega befürwortet die Senkung des Linzins / Copyright: Agência Brasil

Das Komitee für Währungspolitik (Comitê de Política Monetária, kurz: Copom) der brasilianischen Zentralbank (Banco Central, kurz: BC) gab bekannt, den Leitzins auf 12 Prozent zu senken. Der Wert liegt damit unter den Erwartungen der Analysten. Fünf Mitglieder des Copom stimmten dafür und nur zwei sprachen sich gegen diese Maßnahme aus. Das nächste Treffen des Komitees wird in 45 Tagen stattfinden. Vor diesem Datum kann eine Änderung des Leitzins nicht vorgenommen werden.

In diesem Jahr hat die Copom den Leitzins immer nach oben hin korrigiert, sodass er bis vor kurzem 12,5 Prozent betrug. Der Grund für die Senkung um 50 Basispunkte ist die internationale Krise, die dem Komitee zufolge zu einer Abschwächung des Wirtschaftswachstums in Brasilien führen könne.

Gestern (01.09.) dementierte der brasilianische Finanzminister Guido Mantega, dass die Maßnahme unter politischem Einfluss beschlossen wurde. Das Komitee sei autonom, beurteile die Wirtschaftslage selbständig und entscheide dementsprechend, so Mantega. Zudem erachte er die Entscheidung, den Leitzins zu senken, als positiv.

Zeina Latif, die als Wirtschaftsexpertin der RBS Global Bank für Lateinamerika zuständig ist, sieht den Schritt der Zentralbank als verfrüht an. Latif zufolge müsse zunächst die Inflation mit anderen Maßnahmen bekämpt werden, bevor man den Leitzins senke.

Dagegen bewertet die Wirtschaftsprofessorin Virene Matesco der Stiftung Getúlio Vargas (Fundação Getúlio Vargas, kurz: FGV) die Senkung positiv. Laut Matesco sei dies eine Maßnahme, welche eine Steigerung der Inflationsrate aufhalten könne. (gp)