Logo Departamento Intersindical de Estatística e Estudos Socioeconômicos / Copyright: DIEESE

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In Brasilien hat gestern (01.01.) die Zwischengewerkschaftliche Abteilung für Statistik und Sozioökonomische Studien (Departamento Intersindical de Estatística e Estudos Socioeconômicos, kurz: DIEESE) neue Zahlen zum Realgewinn durch den neuen Mindestlohn errechnet. Seit gestern wurde dieser auf 622 Reais (rund 257 Euro) angehoben. Im Jahr 2002 betrug er 200 Reais (ca. 82 Euro). Aus den Rechnungen geht hervor, dass der Mindestlohn somit in den letzten zehn Jahren ein nominales Wachstum von 211 Prozent erreicht hat. Abzüglich der Inflation in diesem Zeitraum ergibt sich daraus eine reale Steigerung von 65,96 Prozent.

Die Erhöhung für 2012 sei mit 9,2 Prozent die zweitgrößte im letzten Jahrzehnt gewesen. Dies sei auch dem Gesetz (Lei) nº 12.382/2011 zu verdanken, welches die Berücksichtigung der Verluste durch die Inflation des vorausgegangenen Jahres vorsieht.

Der DIEESE zufolge beziehen 48 Millionen Menschen ein Einkommen in Höhe des Mindestlohns. 19,7 Millionen davon sind Empfänger von Mitteln aus der Sozialversicherung (Previdência Social), weitere 12,8 Millionen sind Berufstätige in einem Angestelltenverhältnis, etwa 8,7 Millionen sind Selbstständige und fünf Millionen sind Hausangestellte. Den Hochrechnungen zufolge werde die Lohnanpassung die brasilianische Wirtschaft um etwa 47 Milliarden Reais (ca. 19 Milliarden Euro) monatlich und die Steuereintreibung um etwa 22,9 Milliarden Reais (rund 9,5 Milliarden Euro) stärken.

Jeder zusätzliche brasilianische Real im Mindestlohn hat, auf ein Jahr gerechnet, eine Auswirkung von 257 Millionen Reais (ca. 106 Millionen Euro) auf die Begünstigungen der sozialen Vorsorge. Das ergebe, errechnete DIEESE, am Ende einen 46-prozentigen Zugewinn für die Vorsorgenkonten.

Die Gesetzgebung sieht weiterhin vor, dass der Mindestlohn nicht nur als monatlicher Wert gezahlt wird, sondern auch in Tages- und Stundenlohn umgewandelt werden soll, sodass der Berufstätige 20,73 Reais (ca. 8,60 Euro) am Tag oder 2,83 Reais (ca. 1,20 Euro) in der Stunde verdient. (jv)