Präsidentin Dilma Rousseff beim Stapellauf der Celso Furtado / Copyright: Agência Brasil

Präsidentin Dilma Rousseff beim Stapellauf der Celso Furtado / Copyright: Agência Brasil

Nach dem erfolgreichen Stapellauf des ersten Tankers für den brasilianischen halbstaatlichen Mineralölkonzern Petrobras am Freitag (25.11.) vergangener Woche, gab die brasilianische Präsidentin Dilma Rousseff in einem Radiointerview gestern (28.11.) bekannt, dass dies als ein Neubeginn des brasilianischen Schiffbaus gewertet werden kann. Der Tanker Celso Furtado wurde als eines der ersten seiner Klasse komplett in Brasilien konstruiert und an die Petrobras-Tochter Transpetro übergeben.

„Wir werden alles dafür tun, dass Arbeitsplätze hier entstehen und wir werden nicht zulassen, dass Arbeitsplätze exportiert werden“, so die Präsidentin gestern in ihrem Radiointerview. Bereits am Freitag hatte der Vorstandsvorsitzende von Transpetro, Sérgio Machado, die Unterzeichnung von Verträgen für acht weitere Schiffe in Aussicht gestellt. Es müssten hierzu nur noch Details geklärt werden, sagte er in Anwesenheit der Präsidentin.

Die Bestellungen der Schiffe sind Teil des Programms zur Expansion und Modernisierung der Flotte von Transpetro (Programa de Modernização e Expansão da Frota da Transpetro, kurz: Promef). Insgesamt ist der Bau von 49 Schiffen mit einem Auftragsvolumen von rund 9,6 Milliarden Real (rund 4 Milliarden Euro) geplant.

Die Förderung der Werften ist Teil der Industrie- und Arbeitsmarktpolitik der Regierung von Dilma Rousseff. Der Schiffsbau soll in Brasilien in den kommenden Jahren weiter ausgebaut werden. Für die Konstruktion von Schiffen wurden bereits drei neue Werften gebaut und in Bundesstaaten wie Amazonas, Bahia, São Paulo und Pernambuco sollen bestehende Werften weiter ausgebaut werden. Derzeit beschäftigen sie rund 60.000 Arbeiter. Die Regierung Rousseff erhofft sich auch durch die Auftragsvergabe von den Werften positive Arbeitsmarkteffekte in den Regionen. In Anspielung auf den brasilianischen Ökonomen Celso Furtado sagte die Präsidentin: „Furtado hat gesagt, dass Wachstum eine Sache und Entwicklung eine andere ist. Das Land kann sich nur entwickeln, wenn die Bevölkerung als Gesamtes wächst.“ (mas)