Der brasilianische Sportminister Orlando Silva erklärt seinen Rücktritt / Copyright: Agência Brasil

Der brasilianische Sportminister Orlando Silva erklärt seinen Rücktritt / Copyright: Agência Brasil

Nach einem einstündigen Treffen mit der brasilianischen Präsidentin Dilma Rousseff hat der Sportminister Orlando Silva aufgrund der Korruptionsvorwürfe gegen ihn seinen Rücktritt erklärt. Die Amtsniederlegung begründete Silva mit der Möglichkeit, sich so gegen die bestehenden Vorwürfe wehren zu können. Zudem wolle er nicht, dass seine Partei PCdoB gegen die gegenwärtige Regierung instrumentalisiert werde. „Seit zwölf Tagen bin ich Opfer dieser Vorwürfe. In diesen zwölf Tagen wurde kein einziger Beweis gefunden, der gegen mich spricht. Trotzdem ist dadurch eine politische Krise entstanden und ich habe dieser Regierung gegenüber eine gewisse Verantwortung“, erklärte der brasilianische Politiker.

In dem Gespräch mit der Präsidentin habe sie seine Arbeit der letzten fünf Jahre gelobt, demnach könne man die Arbeit von so vielen Jahren nicht einfach in den Abfalleimer werfen. Der ehemalige brasilianische Sportminister wollte sich nicht zu einem möglichen Nachfolger äußern, jedoch wird dieser vermutlich aus den Reihen der PCdoB stammen. Der Generalsekretär der Präsidentin Gilberto Carvalho führte an, dass Rousseff, zumindest für eine Übergangszeit, den leitenden Sekretär des Sportministeriums, Waldemar Manoel Silva de Souza, bestimmen werde, bis gemeinsam mit der PCdoB ein langfristiger Nachfolger für Orlando Silva gefunden wird.

Orlando Silva betonte erneut seine Unschuld und bekräftigte, dass es keine Beweise gegen ihn gebe und diese auch in Zukunft nicht geben werde. „Ich möchte meine Ehre verteidigen und ich hoffe, dass die Herren Journalisten die gleichen Seiten [wie die, die für die Vorwürfe gegen meine Person genutzt wurden] dazu verwenden um zu zeigen, dass es keine Beweise gegen mich gibt“, erklärte er.

Die brasilianische Präsidentin verliert damit in ihrer erst knapp einjährigen Amtszeit den sechsten Minister. Zuvor waren bereits der Tourismusminister Pedro Novais, der Kabinettschef Antonio Palocci, der Verkehrsminister Alfredo Nascimento, der Landwirtschaftsminister Wagner Rossi sowie der Verteidigungsminister Nelson Jobim zurückgetreten. Letzterer gab sein Amt allerdings nicht wegen Korruptionsvorwürfen ab, sondern aufgrund kritischer Äußerungen gegenüber Kabinettskollegen. (gp)