Der brasilianische Agrarminister Mendes Ribeiro Filho bei der Vorstellung der Verhandlungsposition / Copyright: Agência Brasil

Der brasilianische Agrarminister Mendes Ribeiro Filho bei der Vorstellung der Verhandlungsposition / Copyright: Agência Brasil

In der Vorbereitung auf die Konferenz der Vereinten Nationen über nachhaltige Entwicklung (Rio+20) hat das brasilianische Agrarministerium gestern (06.06.) seine wichtigsten Verhandlungspositionen der Öffentlichkeit vorgestellt. Bisher haben zur Rio+20 Konferenz rund 40 Agrarminister bereits ihr Kommen zugesagt. Für Brasilien ist die Agrarpolitik und die Vereinbarungen zu einer nachhaltigeren Agrarwirtschaft von elementarer Bedeutung, zählt Brasilien doch weltweit zu den größten Exporteuren von Agrarprodukten. Zudem ist die öffentliche Vorstellung der Verhandlungspositionen in Brasilien ein Politikum, da innerhalb der brasilianischen Politik die beiden Lager von Ambientalistas (Umweltschützern) und Ruralistas (Agrarbefürworter) jeden Schritt in der Agrarpolitik sehr genau beobachten und bewerten. Zu beobachten war diese Konfliktlinie zuletzt vor allem bei der Verhandlung des neuen Waldgesetzes.

Das Papier, welches die Verhandlungsposition Brasiliens enthält, trägt den Titel „Beitrag der brasilianischen Agrarwirtschaft zur Schaffung einer Gesellschaft ohne Hunger und ohne Elend und zu einer nachhaltigen Wirtschaft“ (Contribuição da Agropecuária Brasileira na Construção de uma Sociedade sem Fome e sem Miséria e de uma Economia Sustentável) und enthält einen Zehn-Punkte-Plan. Liberalisierung der Agrarmärkte ist eine Forderung in dem Papier sowie die Ausweitung von Biotechnologie und Agrarproduktion mit geringem CO2-Ausstoß. Auch eine universelle Absicherung zur Nahrungsversorgung, ein Ausbau der ökologischen Landwirtschaft und alternative Produktionsformen in Kooperativen und Gesellschaften sind Verhandlungsbausteine, die Brasilien auf dem Weg zu einer nachhaltigen Landwirtschaft vorschlägt.

Insgesamt hat die Rio+20-Konferenz nach Ansicht des brasilianischen Agrarministers, Mendes Ribeiro Filho, einen edukativen Charakter und Brasilien wird seiner Meinung nach, nach Abschluss der Konferenz gestärkt in der nachhaltigen Agrarproduktion hervorgehen. (mas)