Brasilianische Reais / Copyright: Sete - Fotolia.com
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Es ist ein wenig schwierig, bei allen Eigenheiten des brasilianischen Finanzsystems sofort den tieferen Sinn zu erkennen. Manches kann man auch nur aus der Geschichte heraus versuchen zu verstehen. Eines dieser historisch gewachsenen Produkte mit all seinen Regelungen ist das brasilianische Sparbuch (Poupança). Aufgrund der vielen Phasen hoher Inflation, ist die Option, sein Geld auf einem Sparbuch anzulegen, im Prinzip eine der schlechtesten. Zumal in der Regel die Zinsen meist weit unter dem Wertverlust liegen. Anders als in vielen Ländern ist in Brasilien die Sparanlage deshalb vom Staat geschützt und stark reguliert. Hierzu zählt auch die Festlegung auf einen Referenzzinssatz (Taxa Referencial, kurz: TR) plus zusätzlicher 0,5 Prozent Zinsen je Monat. Damit summieren sich die Zinsen derzeit auf rund 6,17 Prozent pro Jahr, was die derzeitige Inflation mehr als ausgleicht.

Es ist also nicht verwunderlich, wenn auch im November sich das brasilianische Sparbuch großer Beliebtheit erfreut. Insgesamt wurden im November 4,1 Milliarden Reais (ca. 1,5 Milliarden Euro) neu auf den Sparbüchern angelegt. Das ist der höchste Wert für einen November seit 2009. Insgesamt sind damit aktuell ca. 484,9 Milliarden Reais (ca. 178,3 Milliarden Euro) auf den brasilianischen Sparbüchern angelegt.

Dieses Jahr verläuft jedoch anders als die Jahre zuvor. Von Januar bis November wurden rund 40,5 Milliarden Reais (ca. 14,9 Milliarden Euro) neu auf den Sparbüchern angelegt. Das ist seit der Registrierung der Sparbücher in 1995 der höchste Wert, der je von der brasilianischen Zentralbank gemessen wurde. (mas)