Die Unterstützung mosambikanischer Kleinunternehmen trägt Früchte / Copyright: Wikimedia. AmigoDia
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Brasilien hat in den letzten Jahren stetig an internationalem Prestige gewonnen. Sozialprogramme, alternative Zertifizierungsverfahren und diverse Programme zur Verbesserung der wirtschaftlichen Situation besonders exkluierter Gruppen sind bereits im Ausland kopiert und erprobt worden. Eine weitere Form multinationaler Kooperation stellt die Zusammenarbeit zwischen Brasilien und Mosambik im Bereich der Mikrounternehmen dar.

Der Koordiantor des Projektes zur technischen Entwicklung von gemeinschaftlichen Kooperativen (Incubadora Tecnológica de Cooperativas Populares, kurz: ITCP), Gonçalo Guimarães, das solche Unternehmen auch in Mosambik mitinitiiert, machte darauf aufmerksam, dass das Programm dort bereits Formen angenommen habe.

Das Projekt ITCP wurde im Jahre 1995 im Rahmen eines Ingenieur-Postgraduiertenprogramms der Bundesuniversität von Rio de Janeiro (Universidade Federal do Rio de Janeiro, kurz: Coppe-UFRJ) gegründet. Es hat zum Ziel, das an der Universität gewonnene Wissen besonders anfälligen Bevölkerungsgruppen zugänglich zu machen. Durch Fortbildungsmaßnahmen und Gründungsanreize sollen selbstverwaltete und solidarische Alternativen in den Bereichen Arbeit, Einkommen und Mitbestimmung unterstützt werden.

In Mosambik sind diese Initiativen mittlerweile unter dem Namen Assoziative Ländliche Mikrounternehmen (Microempresas Rurais Associativas, kurz: Meras) bekannt und geschätzt.

Die Meras sind maßgeblich im Bereich des Häuserbaus und der Lebensmittelproduktion zu finden. Doch selbst im Bereich des Baus von Gesundheitsstationen und Schulen lassen sich diese gemeinschaftlich verwalteten Firmen finden. Die ländlichen Mikrounternehmen zielen darauf ab, auch größere Auftragszahlen zu erreichen, so Gonçalo Guimarães.

„Die Mikrounternehmen in Mosambik, deren Form wir hier in Brasilien unter dem Namen Volkskooperativen kennen, haben vor allem außerhalb der großen Städte beträchtlichen Erfolg. In der Hauptstadt Maputo sieht die Auftragslage jedoch anders aus, da sind es die traditionellen größeren Firmen, die am Bau beteiligt sind. Insgesamt finden wir jedoch 30 der Meras im ganzen Land verteilt“, so Guimarães.

Ziel soll es sein, dass die kooperativen Unternehmen auch von größeren Firmen Aufträge erhalten. Das brasilianische Bergbauunternehmen Vale und die Baufirma Odebrecht analisieren die Bedingungen, um auch an solche Unternehmen Aufträge zu vergeben.

„Das sind positive Signale“, so Guimarães, „denn sie stärken die Unternehmen in einer Art alternativer multinationaler Kooperation. Wenn mehr brasilianische Firmen vor Ort auf diese Unternehmen zurückgreifen, stärkt das die Menschen und ihr Wissen enorm.“

Für seine Arbeit wurde das ITCP 2007 von der Nationalen Vereinigung innovativer  Unternehmensunterstützung (Associação Nacional de Entidades Promotoras de Empreendimentos Inovadores, kurz: ANPROTEC) mit dem Preis für das beste Programm zur Förderung von Entwicklung lokaler Assoziationen gewürdigt. (er)