Laut Schätzungen gibt es heute nur noch 100 - 200 Blauwale auf der Welt / Copyright: Agência Brasil
Laut Schätzungen gibt es heute nur noch 100 - 200 Blauwale auf der Welt / Copyright: Agência Brasil

Laut Schätzungen gibt es heute nur noch 100 – 200 Blauwale auf der Welt / Copyright: Agência Brasil

An der südlichen Küste des brasilianischen Bundesstaates São Paulo haben wissenschaftliche Mitarbeiter der Staatlichen Universität São Paulos (Universidade Estadual Paulista, kurz: Unesp) das Fossil eines Blauwals ausgegraben.

Nach Schätzungen der Paläontologen soll der Fund fast 2.000 Jahre alt sein. Ein Bewohner des Ortes Iguape fand im August Teile des Schädels und benachrichtigte daraufhin die Wissenschaftler. Aufgrund der starken Erosion und wegen der Erdrutsche, die es in der jüngsten Zeit an diesem Küstenabschnitt Brasiliens gegeben hat, wurden Teile des Wals sichtbar.

Der Professor des stratigraphischen und paläontologischen Instituts der Unesp Francisco Buchmann berichtete, dass man im Laufe der Ausgrabung Teile der Wirbelsäule des Tieres gefunden habe anhand derer die genaue Spezie erkannt werden konnte. Ein US-amerikanisches Labor hatte mittels Proben bestimmt, dass es sich um einen Blauwal handle.

Buchmann plädiert im Rahmen der Ausgrabung für ein Jagdverbot der Tiere, von denen es mittlerweile nur noch 100 bis 200 Stück in den Weltmeeren gibt. Gerade Norwegen und Japan tragen durch Jagd zur Ausrottung der Art bei.

Anhand des Fundes wollen die Paläontologen auch den Meeresspiegel der damaligen Zeit nachempfinden. Außerdem sollen die Umstände, die zur Fossilisierung des Wals geführt haben, bestimmt werden, sagte Buchmann, meistens seien ein enormes Unwetter oder Klimaveränderungen Auslöser eines solchen Vorgangs. (sg)