Brasiliens Regierung will in diesem Jahr deutlich mehr für die Drogenbekämpfung tun / Copyright: Wikimedia Creative Commons, Federal
Brasiliens Regierung will in diesem Jahr deutlich mehr für die Drogenbekämpfung tun / Copyright: Wikimedia Creative Commons, Federal

Brasiliens Regierung will in diesem Jahr deutlich mehr für die Drogenbekämpfung tun / Copyright: Wikimedia Creative Commons, Federal

Die brasilianische Regierung hatte für das Jahr 2012 rund 300 Millionen Reais (rund 110,3 Millionen Euro) für Projekte und Aktionen im Kampf gegen den Drogenkonsum vorgesehen. Letztlich wurden jedoch lediglich sieben Prozent, das heißt  21 Millionen Reais (rund 7,7 Millionen Euro) zur Drogenbekämpfung verwendet.

Zwar wurde im vergangenen Jahr verstärkt gegen den Drogenhandel in den Favelas Rio de Janeiros und São Paulos vorgegangen, wodurch versucht wurde, den Handel in den großen Zentren einzudämmen, im Großen und Ganzen jedoch waren die Bemühungen proportional zur Größe des Problems deutlich zu gering. Die Nichtregierungsorganisation Contas Abertas (wörtlich: Offene Rechnungen) belegte nun durch eine Studie, dass lediglich sieben Prozent der versprochenen finanziellen Unterstützung des Nationalen Anti-Drogen-Fonds (Fundo Nacional Antidrogas, kurz: Funad) angewendet wurden.

Der Funad wird von Mitarbeitern des Nationalen Sekretariats für Drogenpolitik (Secretária Nacional de Políticas sobre Drogas, kurz: Senad), dem Justizministeriums (Ministério da Justiça) zugehörig, geleitet. Die Aufgabe des Funad liegt vor allem darin, Aktionen und Projekte gegen Drogenkonsum zu lancieren und zu finanzieren. Außerdem gehört die Resozialisierung ehemaliger Drogenabhängiger zu den Kernaufgaben des Funad.

Mauro Costa, der Koordiantor des Funad, erklärte die geringen Investitionen in die Drogenbekämpfung damit, dass die meisten der Projekte in Zusammenarbeit mit Universitäten realisiert würden und aufgrund der lang anhaltenden Studentenproteste im letzten Jahr kaum Projekte und Aktionen durchgesetzt wurden. Costa versprach, dass in diesem Jahr deutlich intensiver gegen den Drogenkonsum und -handel vorgegangen werde. (sg)