Reisanbau im Süden Brasiliens / Copyright: Wikipedia, gemeinfrei

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Die erste Umfrage zu Erwartungen im Agrobusiness wurde gestern (30.01.) durch die Nationale Gesellschaft für Landwirtschaft SNA (Sociedade Nacional de Agricultura) in Rio de Janeiro veröffentlicht. Die Aussichten für das Jahr 2012 seien positiv: 67 Prozent der Befragten glauben an eine Steigerung im Vergleich zu 2011.

Die Umfrage wurde bei 100 Personen, die im Agrobusiness tätig sind, durchgeführt. So wurden 55 Prozent Produzenten, 25 Prozent Berater und 20 Prozent Lieferanten und Händler befragt.

Der technische Leiter der SNA, Fernando Pimentel, bestätigte, dass die Aufrechterhaltung der Preise und die günstigen klimatischen Bedingungen der Sommerernte den Optimismus rechtfertigen würden. Abgesehen von den Bundesstaaten Rio Grande do Sul, Santa Catarina, dem Süden von Mato Grosso und dem Westen von Paraná würde Brasilien allgemein sehr gut produzieren. Die Ernte werde positiv ausfallen, mit Einschränkungen der Produkte Soja und Mais, so Pimentel. Durch die gleichbleibenden Preise in der Landwirtschaft sei ebenso garantiert, dass die Einkommen auf demselben Niveau bleiben.

Pimentel erinnerte daran, dass die brasilianische Regierung die Möglichkeit sehe, einige Bereiche auszubauen, so die Neuverhandlungen und Verlängerungen der Darlehen. Wenn man die brasilianische Ernte allgemein betrachte, könne man trotz regionaler Klimaprobleme optimistisch sein.

Die Infrastruktur, die Transportlogistik und der Vertrieb seien die hauptsächlichen Barrieren für die Entwicklung des Sektors, so denken 97 Prozent der Befragten. „Die Infrastruktur unterstützt den Wachstumsrhythmus der Produktion nicht“, so schätzte der Präsident der SNA, Antonio Alvarenga, ein. Für ihn würden diese Bedingungen die Wettbewerbsfähigkeit des brasilianischen Produktes im Ausland negativ beeinflussen und dazu beitragen, dass die Einkommen der Produzenten gedrückt werden.

71 Prozent der Befragten zeigten sich auch aufgrund der internationalen Wirtschaftssituation besorgt. Vor allem beträfe dies Europa und China, in die 25 beziehungsweise 17 Prozent der Waren exportiert werden. Pimentel äußerte, dass aufgrund der Krise  Probleme bei Angeboten von Ressourcen für das Agrobusiness Brasiliens entstehen können, vor allem was die Finanzierung von Exporten betrifft.

Da es sich hierbei allerdings um lebenswichtige Güter handele, werde man nicht mit drastischen Verlusten rechnen müssen, höchstens mit einem Rückgang in der Wachstumsrate der Exporte. (ds)