Vielen Städten fehlt Geld und Know-How, um Abfalls adäquat zu entsorgen / Copyright: Agência Brasil
Vielen Städten fehlt Geld und Know-How, um Abfalls adäquat zu entsorgen / Copyright: Agência Brasil

Vielen Städten fehlt Geld und Know-How, um Abfalls adäquat zu entsorgen / Copyright: Agência Brasil

Im Jahr 2012 wurden einer Studie zufolge ca. 24 Millionen Tonnen Müll in Brasilien nicht ordnungsgemäß entsorgt. Insgesamt entspricht der Umfang des regulär beseitigten Abfalls rund 37,5 Prozent des gesamten Mülls, der in Brasilien im vorigen Jahr produziert wurde.

Ein weiteres schockierendes Ergebnis der Erhebung zeigt, dass rund 6,2 Millionen Tonnen Müll nicht eingesammelt worden waren. Die Brasilianische Vereinigung der Unternehmen für öffentliche Sauberkeit und Spezialabfälle (Associação Brasileira de Empresas de Limpeza Pública e Resíduos Especiais, kurz: Abrelpe) hatte die Studie durchgeführt und deren Ergebnisse in dieser Woche veröffentlicht.

Der Leiter der Vereinigung Abrelpe, Carlos Silva Filho, erklärte, dass es trotz der negativen Ergebnisse insgesamt bei der Einsammlung von Müll einen Anstieg von immerhin 1,9 Prozent im Vergleich zu 2011 gegeben habe.

Die Studie zeigte, dass vor allem der Nordosten Brasiliens keine angemessene Entsorgung des Abfalls betreibt. 65 Prozent des Mülls aus den nordöstlichen Bundesstaaten wird falsch entsorgt – insgesamt 25.800 Tonnen täglich, beklagte Silva Filho. Lediglich 77 Prozent der gesamten Menge an Müll wird überhaupt eingesammelt.

Der Südosten des Landes konnte im Rahmen der Studie am besten abschneiden. 96,8 Prozent des gesamten Mülls werden in der Region ordnungsgemäß eingesammelt und immerhin 72 Prozent in speziellen Mülldeponien entsorgt.

Carlos Silva Filho bemängelte die fehlenden Investitionen seitens der Regierung in geeignete Systeme zur Müllentsorgung. Viele Städte hätten nicht die Möglichkeit, aus eigener Kraft eine adäquate Müllentsorgung aufzubauen. Es fehle den Städten an finanziellen Mitteln und technischem Know-How. (sg)