1988. Ulysses Guimarães, ein brasilianischer Politiker, der eine wichtige Rolle bei der Demokratisierung Brasiliens spielte, hält hier die brasilianische Verfassung in den Händen / Copyright: Agência Brasil
1988. Ulysses Guimarães, ein brasilianischer Politiker, der eine wichtige Rolle bei der Demokratisierung Brasiliens spielte, hält hier die brasilianische Verfassung in den Händen / Copyright: Agência Brasil

1988. Ulysses Guimarães, ein brasilianischer Politiker, der eine wichtige Rolle bei der Demokratisierung Brasiliens spielte, hält hier die brasilianische Verfassung in den Händen / Copyright: Agência Brasil

Am vergangenen Freitag (04.10.) feierte Brasilien das 25jährige Bestehen der brasilianischen Verfassung. Nach der Diktatur spielte der Politiker Ulysses Silveira Guimarães eine wichtige Rolle bei der Demokratisierung des Landes. 1988 wurde schließlich die Verfassung veröffentlicht. Stolz präsentieren die lokalen Nachrichtenagenturen die Veränderungen der letzten 25 Jahren: So lag 1988 die jährliche Inflationsrate bei 1.000 Prozent, während sie heute bei ca. 6,5 Prozent liegt. Die Bevölkerungszahlen waren damals bei rund 141 Millionen, heute wurde die 200-Millionen-Grenze überschritten.

Des Weiteren verdoppelte sich in den letzten 25 Jahren das Bruttoinlandsprodukt (BIP) pro Kopf, von 6.600 US-Dollar auf 12.400 US-Dollar. Der Mindestlohn lag 1988 bei 425 Reais, heute liegt er bei 678 Reais. Laut Angaben des Verkehrsverbandes DENATRAN (Departamento Nacional de Trânsito) stieg auch die Zahl der sich im Verkehr befindenden Fahrzeuge erheblich an, von zehn Millionen auf 70 Millionen.

Die damalige Währung war der Cruzado, der vom ehemaligen Präsidenten José Sarney geschaffen wurde, um die Inflation unter Kontrolle zu halten. Heute ist die Währung der Real, den der Präsident Itamar Franco 1994 ins Leben rief. Die Arbeitslosenrate belief sich seinerzeit um fünf Prozent (abgesehen von den Schwankungen in diesem Zeitraum). Seit 1988 konnte außerdem die Lebenserwartung der Brasilianer von 65,8 auf 74 Jahren angehoben werden.

Während einer Amtszeit von sechs Präsidenten, José Sarney (1985-1990), Fernando Collor (1990-1992), Itamar Franco (1992-1995), Fernando Henrique Cardozo (1995-2003), Luiz Inácio Lula da Silva (2003-2011) und Dilma Rousseff (seit 2011), gelang es Brasilien, die Analphabetenquote bei Brasilianern über 15 Jahren von 17 Prozent auf 8,6 Prozent zu reduzieren. (ds)