Die Preiserhöhung für den öffentlichen Nahverkehr wird zurückgenommen / Copyright: Wikimedia Creative Commons, Milton Jung
Die Preiserhöhung für den öffentlichen Nahverkehr wird zurückgenommen / Copyright: Wikimedia Creative Commons, Milton Jung

Die Preiserhöhung für den öffentlichen Nahverkehr wird zurückgenommen / Copyright: Wikimedia Creative Commons, Milton Jung

Nachdem der Streit um die Fahrpreiserhöhung der öffentlichen Verkehrsmittel in vielen Städten Brasilien eskaliert war und unerwartet gewaltige Demonstrationen ausgelöst hat, lenkt die brasilianische Präsidentin Dilma Rousseff nun ein und will zusätzlich 50 Milliarden Reais (rund 16,87 Milliarden Euro) in die Verbesserung der urbanen Mobilität investieren.

Viele Brasililaner waren zuvor auf die Straße gegangen, um gegen die Fahrpreiserhöhungen zu protestieren, da sie nicht einsahen, für ein marodes und schlecht ausgebautes Verkehrsnetz mehr Geld zu bezahlen. Um den Befürchtungen der Demonstranten, das Geld werde lediglich in die Finanzierung der Weltmeisterschaft im nächsten Jahr fließen, entgegenzuwirken, veranlasste Dilma Rousseff nun gestern (24.06.) dieses zusätzliche Finanzierungspaket.

Bei einer Konferenz mit Gouverneuren und Bürgermeistern großer brasilianischer Städte erklärte die Präsidentin, dass bereits in den vergangenen Jahren viel in den Ausbau des Verkehrsnetzes in den Städten investiert wurde, dass die Regierung jedoch mehr Transparenz schaffen müsse, um der Bevölkerung zu zeigen, wohin genau ihre steuerlichen Abgaben fließen.

Die Präsidentin schlug darüber hinaus die Gründung eines Nationalen Rats für öffentlichen Transport (Conselho Nacional de Transporte Público) mit einer Beteiligung der brasilianischen Gesellschaft vor.

Die Erhöhung der Ausgaben in das öffentliche Verkehrsnetz ist Teil eines Paktes, den Dilma Rousseff am letzten Freitag als Antwort auf die Forderungen  der Demonstranten erließ. Der Vertrag sieht außerdem zusätzliche Investitionen in Bildung und den Ausbau der medizinischen Versorgung vor. (sg)