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In den ländlichen Regionen war der Zugang zu ärztlicher Versorgung schwierig/ Copyright: Agência Brasil

Das brasilianische Regierungsprogramm Mais Medicos (wörtlich: Mehr Ärzte) hat in diesem Jahr mehr als 6.000 Ärzte eingestellt. Ziel des Programms ist eine verbesserte medizinische Versorgung der Stadtperipherien und der ländlichen Regionen. Die Mediziner arbeiten in insgesamt 2.177 Gemeinden und in 28 Bezirken der indigenen Bevölkerung. Das Gesundheitsministerium schätzt, dass jeder der Ärzte rund 3.500 Personen medizinisch betreut.

Das Programm wurde ins Leben gerufen, nachdem es im Sommer zu zahlreichen Protesten durch die brasilianische Bevölkerung gekommen war, die für ein besseres Gesundheitssystem demonstrierte. Da  sich jedoch für viele Regionen keine brasilianischen Mediziner finden ließen, griff die Regierung auf ausländische Fachkräfte zurück – hier besonders auf kubanische Ärzte. Dies wiederum löste Proteste aus, bei denen kritisiert wurde, dass ausländische Ärzte ohne einen anerkannten brasilianischen Universitätsabschluss praktizieren dürften. Ob durch das Programm in irgendeiner Weise gegen das brasilianische Recht verstoßen wird, soll Anfang des nächsten Jahres untersucht werden. Bislang erhalten die Ärzte aus dem Ausland Schulungen zu den häufigsten Krankheiten der jeweiligen Region und Sprachunterricht.

Trotz der Anfeindungen, der sich die ausländischen Ärzte mancherorts ausgesetzt fühlen, will die brasilianische Regierung weiterhin an dem Programm festhalten und die Anzahl im nächsten Jahr noch erhöhen. Die höchste Anzahl an Medizinern bekam der Bundesstaat Bahía mit 787 Personen zugesprochen. São Paulo bekam 588 ausländische Ärzte zugewiesen. An dritter Stelle liegt der Bundesstaat Ceará mit 572 Medizinern. (sg)