An brasilianischen Universitäten sollen 50 Prozent der Studienplätze für 
Schwarze, Farbige und Indigene Schüler sowie Schülern aus sozial schwachen Familien reserviert werden / Copyright: Agência Brasil

Teilnehmer des Enem Exams, dessen Bestehen eine Vorraussetzung für die Bewerbung bei ProUni ist / Copyright: Agência Brasil

Das brasilianische Regierungsprogramm „Universität für alle“ (Universidade para Todos, kurz: ProUni) hat in der Nacht von Sonntag zu gestern (03.07.) seine Bewerbungsfristen beendet. Insgesamt schrieben sich eine halbe Millionen Kandidaten für Stipendien für ein Studium an mehr als 1.000 privaten Universitäten ein. Die erste Auswahlrunde werde am Donnerstag (05.07.) stattfinden, die zweite ist für den 20.07. vorgesehen und bis zum 26.07. können sich die ausgewählten Studenten an den jeweiligen Institutionen für die Studiengänge immatrikulieren. Wer es in der Auswahlrunde nicht geschafft hat, habe dennoch die Chance, sich auf der Warteliste eintragen zu lassen und nachzurücken.

Als Grundvorraussetzung für die Bewerbung auf ein Vollstipendium dürfen die Kandidaten nicht mehr als ein monatliches Pro-Kopf-Familieneinkommen von 1,5 Mindestlöhnen haben. Bei einem Teilstipendium muss dasselbe Einkommen unter drei Mindestlöhnen liegen. Darüber hinaus müssen die Kandidaten über einen Mittelschulabschluss einer staatlichen oder (als Stipendiat) einer privaten Schule verfügen und das Nationalexamen der Mittelschule (Exame Nacional do Ensino Médio, kurz: Enem) von 2011 mit mindestens 400 Punkten Durchschnitt bestanden haben. Auch Schüler, die ihren Mittelschulabschluss in Bildungskooperativen erlangt haben, so entschied gestern (03.07.) der Senat, können sich für ProUni bewerben.

Informationen des Bildungsministeriums zufolge, haben sich 456.973 Kandidaten bei ProUni eingeschrieben, wobei sie bis zu zwei Studiengänge wählen konnten. Sie konkurrieren um 90.311 Stipendien an 1.316 privaten höheren Bildungsinstitutionen im ganzen Land.

Die größte Anzahl von Bewerbern wurde in São Paulo registriert, gefolgt vom Binnenstaat Minas Gerais und dem nordöstlichen Küstenstaat Bahia an dritter Stelle. (jv)