Die brasilianischen Böden sollen nachhaltiger genutzt werden / Copyright: Agência Brasil
Die Anbauflächen von Mais und Soja werden immer größer / Copyright: Wikimedia Creative Commons, Jlantzy

Die Anbauflächen von Mais und Soja werden immer größer / Copyright: Wikimedia Creative Commons, Jlantzy

In Brasilien vergrößern sich die Anbauflächen von Soja und Mais, während die Größe der mit Weizen, Bohnen und Reis bewirtschafteten Flächen stagniert.

Der Leiter des Strategischen Planungsamtes des Ministeriums für Landwirtschaft, Viehzucht und  Versorgung (Planejamento Estratégico do Ministério da Agricultura, Pecuária e Abastecimento), José Garcia Gasques, stuft diese Entwicklung als bedenklich ein. Viele Landwirte würden den Anbau von Soja und Mais vorziehen, da der Verkauf der beiden Produkte größere Gewinne erziele. Auf dem Weltmarkt sind die Preise der Produkte hoch, da sie unter anderem die Basis für die Herstellung von Ethanol und Viehfutter sind. Die Landwirte würden die Produktion von Weizen, Bohnen und Reis zurückstellen und somit die Versorgung der brasilianischen Bevölkerung vernachlässigen.

Gasques erinnerte daran, dass die Bohnen- und Reisproduktion den inländischen Bedarf gerade so decken würde, während die Weizenernte nur zu rund fünfzig Prozent die brasilianische Nachfrage bedienen könne. 5,7 Tonnen Weizen musste Brasilien aus diesem Grund im letzten Jahr importieren. In diesem Jahr werde die Weizenproduktion um weitere vier Prozent zurückgehen und noch größere Importe voraussetzen. Gasques verteidigt aus diesem Grund eine Politik, die die Produktion des Weizens subventioniert. Man könne sich nicht auf die Exportländer verlassen und müsse selbst für eine ausreichende Ernte Sorge tragen, betont er.

Einen weiteren Kritikpunkt in der Ausweitung der Agrarflächen für Soja und Mais sieht der Politiker in den Umweltproblemen, die diese mit sich bringt. (sg)