Brasilien: Arbeitslosenversicherung für Hausangestellte geplant

07.05.2012 | Politik |

Wohnhaus in Petrópolis / Copyright: Creative Commons, E. Hansen

Für viele brasilianischen Familien ist sie aus ihrem Lebensalltag nicht wegzudenken: die Hausangestellte (empregada doméstica). Viele dieser Hausangestellten sind meist mehrere Tage, manche sogar die ganze Woche in einem Haushalt und erledigen neben dem Putzen und dem Waschen der Wäsche auch meist das Kochen und zum Teil auch die Kindererziehung. Viele dieser Hausangestellten arbeiten damit für einen oder wenige Arbeitgeber und sind deshalb, sollten ihnen gekündigt werden, oft in finanziellen Schwierigkeiten, wenn sie arbeitslos werden.

Eine Gesetzesinitiative des Senats will mit diesem Umstand ein Ende machen und die Novelle sieht vor, den Hausangestellten einen maximal dreimonatigen Bezug von Arbeitslosengeld zu ermöglichen. Bisher haben lediglich sechs Prozent aller Hausangestellten einen Zugang zur Arbeitslosenversicherung in Brasilien, weil sie direkt abhängig beschäftigt sind. Für die meisten Hausangestellten trifft dieser Umtand aber meist nicht zu und so sind die empregadas domésticas meist selbstständig Beschäftige in einer sehr abhängigen Position von ihrem derzeitigen Arbeitgeber.

Die zukünftige Mitgliedschaft der Versicherung soll über den Garantiefond für Berufszeiten (Fundo de Garantia do Tempo de Serviço, kurz: FGTS) gewährleistet werden, bei dem sich jede empregada doméstica registrieren muss. Zukünftig sollen die Arbeitgeber. also die Familien, in denen die Hausangestellten beschäftigt sind, den Beitrag zur Arbeitslosenversicherung zahlen. Für einen Bezug des Geldes im Falle der Arbeitslosigkeit muss die Hausangestellte dann mindestens 15 Monate in den letzten 24 Monaten als Hausangestellte gearbeitet haben. Die Arbeitslosenversicherung erhält sie dann für einen maximalen Zeitraum von drei Monaten unabhängig davon, ob ihr Arbeitgeber die Beiträge nun tatsächlich bezahlt hat.

Die Novelle wird an diesem Mittwoch im Sozialausschuss des Senats (Comissão de Assuntos Sociais do Senado, kurz: CAS) beraten und wird dann an das Parlament zur Abstimmung weitergeleitet. (mas)


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