Brasilien: Armutsreduktion um 36,5 Prozent

24.07.2012 | Politik |

Laut der Internationalen Arbeitsorganisation ist die Armut in Brasilien um 36,5 Prozent gesunken / Copyright: Wikimedia, Creative Commons, C. Kaizen

Seit der Ausweitung mehrerer sozialer Programme, unter anderem des Programmes „Familienstipendium“ (Bolsa Família) durch die brasilianische Regierung konnte die Armut in Brasilien eingedämmt werden. Auch mit Hilfe der stückweisen Erhöhung des Mindestlohnes konnte die Anzahl der in Armut lebenden Menschen im Land innerhalb eines Zeitraumes von neun Jahren um mehr als ein Drittel reduziert werden.

Die Internationale Arbeitsorganisation (International Labor Organisation, kurz: ILO) hat Ende der letzten Woche (19.09.) einen neuen Bericht herausgegeben, laut dem trotz der augenscheinlichen Verbesserungen in den absoluten Armutszahlen, immer noch insgesamt 16,27 Millionen Brasilianer (entspricht 8,5 Prozent der Bevölkerung Brasiliens) unter der Armutsgrenze und damit in extremer Armut (mit Monatseinkünften unter 70 Reais, etwa 28 Euro) leben. Damit liegen diese Menschen sehr deutlich unter den Standards: Die ILO bezeichnet all diejenigen als arm, deren Monatseinkommen unterhalb des Mindestlohns (622 Reais, rund 252 Euro) liegt. Laut Bericht arbeiten ein Drittel der Erwerbstätigen im Land im informellen Sektor und dieser Bereich entwickele sich noch weiter.

Es seien insgesamt Indikatoren einer positiven Entwicklung vorhanden, so Laís Abramo, Direktor für ILO Brasilien, doch es bestünden weiterhin viele Herausforderungen. Unter diesen wies er besonders auf die Benachteiligung von Frauen in der brasilianischen Arbeitswelt hin.

Der Bericht zeigt weiterhin auf, dass die Mehrheit der Armen in Brasilien durch die schwarze Bevölkerung gebildet wird, die meist geringere Chancen auf Schulbildung hat. Die Empfehlung der ILO lautet: Fokus auf die Ermöglichung von Bildung und Jobs für junge Menschen. (jv)


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