72 Prozent der Männer in Brasilien mit Hochschulbildung verdienen mehr als doppelt so viel wie das nationale Durchschnittseinkommen. / Copyright: Agência Brasil

Brasilien weist eine der größten Unterschiede bei den Gehältern von Männern und Frauen mit gleichem Bildungsstand auf, wie der Bericht „Education at a Glance 2015: Panorama da Educação“ der OECD belegt. Das mittlere Einkommen einer Frau mit Hochschulabschluss entspricht demnach etwa 62 Prozent des mittleren Einkommens eines Mannes mit dem gleichen Bildungsgrad. Damit belegt das südamerikanische Land den sechsten Platz im Ranking der Einkommensungleichheit von allen Ländern, die ihre Daten zu Verfügung gestellt haben.

Die OECD-Studie gilt als die primäre Quelle für Informationen zum Bildungsstand weltweit. Die Veröffentlichung enthält Daten über die Struktur, Finanzierung und Leistungsfähigkeit der Bildungssysteme von 46 Ländern, darunter 34 OECD-Mitglieder, Partnerländern sowie der G20.

Der Bericht zeigt, dass in Brasilien 72 Prozent der Männer mit Hochschulbildung mehr als das doppelte des nationalen Durchschnittseinkommens verdienen. Unter den Frauen mit Hochschulbildung ist dies nur bei 51 Prozent der Fall. „Die Einkommensungleichheit zwischen den Geschlechtern ist gleich groß bei Männer und Frauen, deren höchster Bildungsgrad die Mittelschule und die Berufsausbildung ist“, heißt es im Text.

Größer als in Brasilien ist das Lohngefälle nur in Korea, der Slowakei, in Estland, Israel und auch in Ungarn, wo Frauen knapp 60 Prozent des Gehalts der Männer erhalten. (ls)

Quelle: Agência Brasil