Luciano Coutinho, Präsident der Nationalen Bank für wirtschaftliche und soziale Entwicklung BNDES / Copyright: Agência Brasil

Luciano Coutinho, Präsident der Nationalen Bank für wirtschaftliche und soziale Entwicklung BNDES / Copyright: Agência Brasil

Laut Luciano Coutinho, Präsident der Nationalen Bank für wirtschaftliche und soziale Entwicklung (Banco Nacional de Desenvolvimento Econômico e Social, kurz: BNDES), stellt Afrika eines der strategischen Ziele für Brasilien dar. Man solle nicht nur in die Bereiche Infrastruktur, Energie und Landwirtschaft investieren, sondern auch in Geschäfte mit Banken und Telekommunikationsunternehmen.

Coutinho sprach gestern (16.11.) auf dem „Unternehmertreffen Brasilien-Afrika“ im Sitz des Industrieverbandes des Bundesstaats São Paulo (Federação das Indústrias do Estado de São Paulo, kurz: FIESP) über das Potenzial brasilianischer Investitionen in Afrika .

Coutinho hob das wirtschaftliche Potenzial Afrikas hervor. Der Kontinent hätte eine Milliarde Einwohner, ein Bruttoinlandsprodukt (BIP) von 1,7 Billionen Dollar und es wäre der Kontinent, der auf der Welt am stärksten wächst. Der Internationale Währungsfonds schätze ein, dass das BIP Afrikas in diesem Jahr um 5,2 Prozent ansteige und im kommenden Jahr um 5,8 Prozent.

Brasilien müsse von den facettenreichen Investitionsmöglichkeiten in Afrika profitieren, so könnten brasilianische Firmen gute Geschäfte abschließen und man würde gleichzeitig einen Beitrag zur Entwicklung Afrikas leisten, so Coutinho.

Der Präsident der FIESP, Paulo Skaf, fügte hinzu, dass die Möglichkeit bestünde, dass brasilianische Firmen verschiedener Sektoren mit Afrika ins Geschäft kommen. Der Handel zwischen Brasilien und Afrika hätte sich zwischen den Jahren 2004 und 2010 bereits verdoppelt. Mit diesem Wachstum sei auch die Chance gegeben, dass sich brasilianische Firmen in Afrika niederlassen.

Auch in Hinblick auf die Wirtschaftskrise in Europa und den USA stelle Afrika eine ernst zu nehmende Alternative für Investitionen Brasiliens dar, so Skaf. Man müsse allerdings vorher einige Probleme lösen, damit diese Geschäfte konkretisiert werden können.

Darunter befänden sich Probleme in der Logistik, die in Angriff genommen werden müssten, um brasilianische Investitionen auszubauen. Um Transportkosten zu verringern, seien neue Schifffahrts- beziehungsweise Luftfahrtswege nötig.

Ein weiteres Problem würden die Kredite darstellen. Es müsste garantiert werden, dass viele verschuldete Länder Afrikas auch die Darlehen brasilianischer Banken für die Infrastruktur des Kontinents zurückzahlen können. (ds)