Spezial-Komitee untersucht Entwicklung der Konjunktur in Brasilien. / Copyright: Wikimedia Commons, Humanoo

Die brasilianische Wirtschaft steckt in einer Phase der Rezession bereits seit dem zweiten Quartal 2014. Dies wurde am Dienstag (4.08) in einer Mitteilung des Komitees für die Erfassung der Wirtschaftszyklen (Codace) veröffentlicht. Dieses setzt sich aus sieben Mitgliedern mit Kenntnissen in Wirtschaftszyklen zusammen, der Zusammenschluss ist unabhängig und wurde im Jahr 2008 von der Universität Fundação Getulio Vargas (FGV) geschaffen, um eine Referenz für den Konjunkturverlauf zu haben, wobei die Daten von Hochs und Tiefs festgehalten werden.

Die Bewertungen des Komitees sollen weiter Druck auf den Kongress ausüben, damit dieser einen Wachstumsplan auf den Weg bringt, damit die öffentlichen Konten wieder ins Lot kommen. Die Auswertungen des Komitees zeigen zudem die Ausmaße des rezessiven Zyklus gegenüber anderen Phasen der Wirtschaft.

Laut den Experten wird die derzeitige Rezession „mindestens“ vier Quartale andauern, dabei soll die Dauer länger als die durchschnittliche Zeit der fünf letzten Rezessions-Phasen betragen. Das Thema wurde bereits vom brasilianischen Finanzminister Joaquim Levy und seiner Wirtschaftsmannschaft disktutiert.

In einer Sitzung in der vergangenen Woche identifizierte das Komitee ein Hoch im Zyklus der Wirtschaft im ersten Quartal 2014. Dieses Hoch stellte den Endpunkt der wirtschaftlichen Expansion dar, die 20 Quartale gedauert hatte – zwischen dem ersten Quartal 2009 und dem ersten Quartal 2014. Somit trat Brasilien ab dem zweiten Quartal 2014 folglich in die Rezession ein. Schon einmal gab es eine ähnliche Expansionzeit zwischen dem dritten Quartal 2003 und dem dritten Quartal 2008 (21 Quartale). (ls)

Quelle: Exame