Vor allem im Weihnachtsgeschäft werden viele Hilfskräfte benötigt / Copyright: Wikimedia, Creative Commons, Lukaaz
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Vor allem im Weihnachtsgeschäft werden viele Hilfskräfte benötigt / Copyright: Wikimedia, Creative Commons, Lukaaz

Das brasilianische Arbeitsrecht hat im letzten Monat zwei Änderungen in seiner Interpretation erfahren, die jetzt vor allem im Weihnachts- und Neujahrsgeschäft ihre erste Wirkung entfalten könnten. Saison- und Hilfsarbeiter, die beispielsweise von vielen Händlern aktuell für die Mehrarbeit im Dezember kontraktiert werden, genießen nach dem Verständnis des obersten brasilianischen Arbeitsgerichts (Tribunal Superior do Trabalho, kurz: TST) einen besseren Schutz im Falle von Schwangerschaft und Arbeitsunfall, als dies in der bisherigen Rechtsauslegung der Fall war.

Nach dem Verständnis des Gerichts können Frauen, die während ihrer Tätigkeit schwanger werden, nicht mehr zum vereinbarten Ende des Vertrags entlassen werden. Für diese Hilfskräfte gilt in diesem Sinne ein verlängerter Vertragsschutz bis fünf Monate nach der Geburt. Eine Analogie sieht das TST auch bei Arbeitsunfällen. Selbst wenn ein Arbeitnehmer nur für kurze Zeit in einem Betrieb unter Vertrag ist, dann gilt im Falle eines Arbeitsunfalls eine erweiterte Fürsorgepflicht des Arbeitgeber über das eigentliche Ende des Vertrages hinaus. Das Gericht sieht hier eine Frist von einem Jahr als angemessen.

Dieses formulierte Verständnis ist nicht als neues Gesetz zu verstehen, bedeutet aber im Falle einer Gerichtsverhandlung, an welchen Leitlinien sich das TST bei seiner Urteilsfindung orientiert. Ob das Gericht damit allerdings den dringend benötigten Schutz für Saison- und Hilfsarbeiter tatsächlich verbessert hat, ist in soweit kritisch, da nun Arbeitgeber, welche die Kosten im Falle einer Schwangerschaft scheuen, wohl eher männliche Arbeitnehmer einstellen werden. An sich bedeutet diese Rechtsauslegung die Verbesserung der Situation der vielen Hilfs- und Saisonarbeitskräfte – allerdings vielleicht mehr für Männer als für Frauen. (mas)