Der Bildungsminsiter Aloizio Mercadante bei der öffentlichen Audienz im Abgeordnetenhaus / Copyright: Agência Brasil
Der Bildungsminister Aloizio Mercadante bei der öffentlichen Audienz im Abgeordnetenhaus / Copyright: Agência Brasil

Der Bildungsminister Aloizio Mercadante bei der öffentlichen Audienz im Abgeordnetenhaus / Copyright: Agência Brasil

Der brasilianische Bildungsminister Aloizio Mercadante teilte gestern (10.04.) mit, dass die obligatorische Einbeziehung von Kindern ab vier Jahren ins Bildungssystem bis 2016 einen großen Sprung in der Bildung im Land mit sich bringen werde, vor allem bei Kindern aus ärmeren Verhältnissen. Zuvor lag das obligatorische Alter bei sechs Jahren. Bereits 2009 wurde die Verfassungsänderung genehmigt, aber erst am vergangenen Freitag (05.04.) gab die brasilianische Regierung das Gesetz für Richtlinien und Grundlagen (Lei de Diretrizes e Bases) heraus, mit dem diese Änderung wirksam wird.

„In Brasilien hat sich die Prozentzahl von Kindergartenkindern von 9,4 Prozent im Jahr 2000 auf aktuell 23,6 Prozent erhöht. Wir haben im letzten Jahrzehnt also eine Million Kinder in die Kindergärten gebracht. Trotz alledem sind es bei den 20 Prozent der armen Bevölkerung nur zwölf Prozent, die in Kindergärten gehen“, so der Minister auf einer öffentlichen Versammlung des Bildungsausschusses im Abgeordnetenhaus.

Für Mercadante sei es besonders wichtig, dass auch die Kinder aus armen Verhältnissen eine frühkindliche Erziehung genießen, denn diese würde den Grundstein für die spätere Bildung und Alphabetisierung legen. „Bildung der Kinder und Kindergärten – das bedeutet nicht nur, dass die Eltern die Möglichkeit erlangen, wieder arbeiten zu gehen. Kindertagesstätten sind eine pädagogische Voraussetzung, die absolut strategisch ist.“ Außerdem hätten Studien gezeigt, dass Erwachsene, die als Kinder in Kindergärten waren, tendenziell weniger zu Kriminalität neigen sowie bessere intellektuelle Kapazitäten aufweisen, als die, die keine Kindergärten besucht haben.

Auf der öffentlichen Anhörung wurden Daten des Bildungsministeriums zum Voranschreiten der Bauvorhaben für frühkindliche Bildung präsentiert. Ziel sei es, bis 2014 8.685 Einrichtungen zu bauen. (ds)