Der Hafen von Santos in Brasilien / Copyright: Creative Commons, C. Bunks

Der Hafen von Santos in Brasilien / Copyright: Wikipedia, Creative Commons, C. Bunks

Im Jahr 2011 hat Brasilien mit einem Volumen von 1,6 Prozent aller gehandelten Waren seinen Anteil am weltweiten Handel weiter ausgebaut. Es ist dies der höchste Anteil seit dem Jahr 1950 und Brasilien liegt damit auf dem 20.-22. Platz der Weltrangliste. Dass sich daran aller Anstrengungen zum Trotz so schnell nichts ändern wird, ist das Ergebnis einer Studie der Vereinigung der brasilianischen Exporteure (Associação de Comércio Exterior do Brasil, kurz: AEB). Diese Studie hatte zum Ziel, die Struktur der Exporte und Zusammenhänge in der Exportwirtschaft Brasiliens zu untersuchen.

Brasilien ist mit einem Mengenanteil von 80 Prozent noch immer hauptsächlich Exporteur von Primärgütern. Als Primärgüter versteht man Waren wie Erze, Kohle, Holz, Baumwolle, Getreiden und andere Produkte, die hauptsächlich als Rohstoffe für die Produktion anderer Güter benötigt werden. Da diese Güter keinem eigentlichen technisch-industriellen Veredelungsprozess unterliegen, haben diese auch nur in sehr geringer Maß eine Wertschöpfung innerhalb der brasilianischen Wirtschaft. Preislich gesehen machen die Primärgüter damit auch nur 70 Prozent der Exporte aus, was zu einem Teil bereits das Problem an der Struktur der exportierten Waren verdeutlicht. In Zahlen bedeutet dies, dass in 2011 von 544 Millionen Tonnen an exportierten Waren rund 447 Millionen Tonnen Primärgüter waren.

Die Struktur der brasilianischen Exportwirtschaft basiert damit zu einem großen Teil auf sehr einfacher industrieller Produktion und hängt sehr stark von Preisentwicklungen am Weltmarkt ab. Die Steigerungen der Exporte wie sie für das Jahr 2011 gemeldet werden konnten, sind damit keine tatsächlichen Mengenänderungen, sondern der Veränderung der Preise geschuldet. Die Studie der AEB kommt damit auch zu der Schlussfolgerung, dass wenn Brasilien seinen Platz innerhalb der weltweiten Rangliste verbessern möchte, dann muss der Anteil der Industrieprodukte an den Exporten deutlich steigen.

Eine Steigerung des Anteils der Industrieproduktion für den Export würde für Brasilien nicht nur Stabilität und mehr Unabhängigkeit von den volatilen Rohstoffpreisen bedeuten. Auch die Wertschöpfung innerhalb der brasilianischen Wirtschaft würde gesteigert und Arbeitsplätze nicht mehr im Ausland geschaffen, so der Vorsitzende der AEB, José Augusto de Castro. Bisher würden mit den exportierten Rohstoffen Arbeitsplätze in der chinesischen Industrie geschaffen, deren Produkte dann wiederum nach Brasilien importiert werden. Nach Ansicht von José Augusto de Castro müsste Brasilien diese Struktur verändern, wenn es seine Position im Welthandel langfristig verbessern möchte. (mas)

 

 



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